Vorbereitungen

Lisicki sucht vor den US Open ihre Wimbledon-Form

Die Generalprobe endet für die Berlinerin im Achtelfinale

Es ist erst sechs Wochen her, dass Sabine Lisicki mit ihrem Einzug in das Endspiel von Wimbledon dafür sorgte, dass sich Deutschland wieder als Tennis-Nation fühlen durfte. Liebend gern würde sie bei den am Montag beginnenden US Open (26. August bis 9. September) in New York den nächsten Glanzpunkt setzen. Noch aber läuft sie auf den Hartplätzen in den USA der Form hinterher, die sie auf Rasen des Centrecourts in London zeigte. Sie unterlag beim Turnier in New Haven/Connecticut, der Generalprobe zu den US Open, im Achtelfinale der Russin Anastasia Pawljutschenkowa 5:7, 3:6 und schied wie auch Angelique Kerber überraschend früh aus.

Lisicki (23) hatte mit ihrem Auftakterfolg am Sonntag gegen Kristina Mladenovic aus Frankreich ihren ersten Sieg seit dem verlorenen Wimbledon-Finale gefeiert. Auch gegen Pawljutschenkowa startete sie stark und lag schnell mit 3:0 in Führung. Dann aber gewann die Russin sieben der nächsten neun Spiele.

„Sabine hatte leider zu wenig Möglichkeiten, Matchpraxis zu sammeln“, erklärte Vater Richard Lisicki, der seiner Tochter auch in New Haven zur Seite stand. Was auch daran lag, dass sie nach Wimbledon wegen einer Handgelenkverletzung länger als erwartet pausieren musste. Trotz des Rückstands und der zwei Niederlagen in drei Spielen nach dem Wimbledon-Coup blickt Barbara Rittner optimistisch in Richtung US Open: „Ich bin sicher, dass Sabine in Flushing Meadows gut spielen wird“, sagt die deutsche Fed-Cup-Teamchefin. Lisicki selbst sagt: „Mein Ziel bei den US Open ist die zweite Turnierwoche.“

Zurück zu altem Glanz

Auch Angelique Kerber verpatzte die Generalprobe für das letzte Grand-Slam-Turnier des Jahres. Die 25-jährige Linkshänderin musste sich Jelena Wesnina mit 2:6, 4:6 geschlagen geben. Die vorherigen drei Duelle mit der Russin hatte Kerber allesamt gewonnen. „Ich habe versucht zu kämpfen, aber sie hat gut gespielt, und ich habe meinen Rhythmus nicht gefunden“, sagte die Kielerin. „Manchmal hat man solche Tage.“

Nach der Niederlage kündigte sie an, direkt am nächsten Tag wieder auf den Court zu gehen. Training als Frustbewältigung vor dem für Kerber ganz besonderen Turnier. 2011 erreichte sie das Halbfinale von New York. Es war der Beginn einer wundersamen Reise, die die Fed-Cup-Spielerin 2012 mit dem Aufstieg in die Weltspitze und zwei Turniererfolgen krönte. In der bisherigen Saison wartet sie noch vergeblich auf einen großen Sieg. „Aber ich kann es ja, das habe ich letztes Jahr bewiesen“, sagte die in Flushing Meadows an neun gesetzte Kerber: „Jetzt fehlt noch das letzte Quäntchen, um den Sprung nach oben zu schaffen.“