Knieverletzung

Schalke ohne Mumm – und jetzt auch noch ohne Huntelaar

Am Morgen danach passte das Regenwetter zur Stimmung bei Schalke „0:4“ – und kurz vor 15 Uhr folgte die nächste Schreckensnachricht.

Torjäger Klaas-Jan Huntelaar wird in den beiden Millionenspielen gegen Paok Saloniki um den Einzug in die Champions League fehlen und mindestens vier Wochen ausfallen. Die Diagnose „Teilabriss des Innenbandes im rechten Knie“ machte aus einem missratenen Wochenende ein schwarzes, sie traf die Schalker fast noch härter als das blamable 0:4 (0:0) beim VfL Wolfsburg.

Ohne Huntelaar geht es also am 21. und 27. August gegen den griechischen Vizemeister und den Schalker Jahrhunderttrainer Huub Stevens. Huntelaar (30) hatte die Verletzung bei einem Zusammenprall mit VfL-Torhüter Diego Benaglio erlitten. Der Niederländer wurde durch Adam Szalai ersetzt, der auch gegen Saloniki nun die erste Option im Sturm ist. In Wolfsburg blieb der Ungar wirkungslos, gegen Saloniki muss er jedoch treffen, denn es geht um garantierte Einnahmen von 20 Millionen Euro.

Am Sonntag waren die Schalker Profis ohnehin schon ziemlich bedient durch den Dauerregen getrottet. Vor dem Auslaufen hatten Trainer Jens Keller und Sportvorstand Horst Heldt die Spieler zum Krisengespräch versammelt. Zuerst deckte eine Videoanalyse die eklatanten Fehler in Wolfsburg schonungslos auf – dann wurde Tacheles geredet. „Es wurde alles angesprochen. Nach so einem Auftritt darf man nicht einfach zur Tagesordnung übergehen“, sagte Mittelfeldspieler Marco Höger. Die sportliche Leitung zwang sich in der Öffentlichkeit zur Zurückhaltung: bloß keine Selbstzerfleischung vor den Millionenspielen! Sollten die Königsblauen aber die Gruppenphase der Königsklasse verpassen, dürfte auf Schalke wieder mal das Chaos regieren.

Manager Heldt kritisierte, dass kaum ein Spieler „sein Normalniveau erreicht“ habe. „Zwei Spiele, ein Punkt – natürlich ist der Start nicht zufriedenstellend“, urteilte Heldt, von Panik sei er aber weit entfernt: „Wir werden jetzt nicht in Selbstmitleid baden, sondern versuchen, uns zu steigern. Und das werden wir auch hinbekommen.“

Huntelaar hatte die Niederlage unabhängig von seiner Verletzung wehgetan. „Wir müssen uns alle hinterfragen, was wir falsch machen“, sagte er und sprach ein Mentalitätsproblem an: „Von der Qualität her sind wir nicht schlechter, aber es ist auch eine Frage der Qualität, wenn man nicht die Leistung bringt, die man bringen muss.“ Dabei hatte Heldt vor dem Saisonstart betont, bei den Zugängen besonders auf die Mentalität geachtet zu haben. Innenverteidiger Felipe Santana entpuppte sich jedoch als Sicherheitsrisiko, auch Linksaußen Christian Clemens ließ sich von der Unsicherheit anstecken. Hinzu kommt das Versagen bei Standardsituationen.

Stevens feierte mit seinem neuen Klub Saloniki übrigens beim 3:0 gegen Skoda Xanthi einen perfekten Einstand in der griechischen Liga.