Leichtathletik-WM

Sprintstar Bolt kann heute sogar Carl Lewis überholen

Die große Show blieb erneut aus, der Weltrekord unangetastet.

Beinahe pflichtschuldig spulte Superstar Usain Bolt die 200 Meter bei der Leichtathletik-WM in Weltjahresbestleistung von 19,66 Sekunden herunter, ließ auf der Zielgeraden sogar austrudeln und sackte wie selbstverständlich seinen zweiten Titel in Moskau ein. Erneut dudelte Bob Marley aus den Lautsprechern, doch die Zuschauer im Luschniki-Stadion verschwanden schnell in den Abend, schneller als es der schnellste Mann der Welt bei seinen großen Triumphen gewohnt ist.

Sein drittes Gold über 200 Meter in Serie, das sich Bolt vor seinem Trainingspartner Warren Weir (19,79) und Curtis Mitchell aus den USA (20,04) sicherte, war auch nur ein Baustein im großen Plan, den der Jamaikaner für die Titelkämpfe in Moskau geschmiedet hatte. Sechs Tage nach dem Sieg über 100 Meter stockte Bolt sein Konto bei Weltmeisterschaften auf sieben Goldmedaillen auf. Verteidigt er heute (16.40 Uhr/ARD und Eurosport) mit der 4x100m-Staffel den Titel, löst er Carl Lewis als erfolgreichsten Athleten der WM-Geschichte ab, weil er eine Silbermedaille mehr gewonnen hat als die US-Legende.

Die schwedische Hochspringerin Emma Green Tregaro ist im Finale mit roten Fingernägeln angetreten. Der Weltverband IAAF hatte ihren nationalen Verband informiert, dass ihr Protest in der Qualifikation gegen das Anti-Homosexuellen-Gesetz in Russland gegen die Regeln verstoßen habe. Green Tregaro hatte ihre Fingernägel in den Farben des Regenbogens lackiert, der Symbol der Schwulen- und Lesben-Bewegung ist. Schwedens Verbandsgeneralsekretär Albert Albertsson teilte mit, dass die IAAF sein Team über den Regelverstoß informiert hatte. „Wir haben dies auch der Athletin weitergegeben. Nun ist es ihre Sache“, sagte Albertsson. Tregaro belegte den fünften Platz.