FC Union

Wechsel wider Willen

Wegen des drohenden Özbek-Ausfalls ist Union-Trainer Neuhaus gezwungen, die erfolgreiche Dresden-Elf umzubauen

Uwe Neuhaus zählt wahrlich nicht zu jenen Trainern, die ihre Startelf wieder und wieder verändern. Es sei denn, er wird dazu gezwungen. So wie in den ersten Saisonspielen, als die Mannschaft des 1. FC Union gegen Bochum (1:2) und in Bielefeld (1:1) nur bedingt zu überzeugen wusste. Oder wenn eben Ausfälle eine Umstellung unausweichlich machen, so wie möglicherweise vor der Partie des Berliner Fußball-Zweitligisten morgen gegen Fortuna Düsseldorf (20.15 Uhr, Sport1 und Sky).

Ausgerechnet Baris Özbek macht den Köpenickern vor dem zweiten Heimspiel Sorgen. Der Mittelfeldspieler war es, der Union in Dresden zum 3:1 führte. Doch seit Tagen machen dem 26-Jährigen Probleme mit dem Rücken zu schaffen. Ein paar Tage Trainingspause waren die Folge. Keine guten Voraussetzungen also, um den alten Wahlspruch „never change a winning team“ (ändere niemals eine siegreiche Mannschaft) treu zu bleiben. „Özbek hat noch Probleme. Er versucht, wieder ins Training einzusteigen“, sagte Neuhaus: „Wir haben aber trotzdem genug Alternativen.“

Dennoch wird es von einem Einsatz Özbeks abhängig sein, in welchem System der Trainer sein Team spielen lässt. Ohne Unions Nummer 8 ist eine Rückkehr zum 4-4-2 mit einer Raute im Mittelfeld sehr wahrscheinlich. Die Aufstellung mit zwei defensiven Mittelfeldspielern, die in Dresden so vortrefflich funktioniert hat, ist dem Coach für ein Heimspiel ohnehin zu defensiv. Man will den Gegner vor heimischem Publikum selbst unter Druck setzen, agieren statt nur reagieren. Die Variante, dass neben Damir Kreilach nun Michael Parensen auflaufen und Patrick Kohlmann von der Bank auf seinen angestammten Platz links in der Abwehrkette zurückkehren könnte, wird damit wohl nur ein Gedankenspiel bleiben.

„Es hat gegen Dresden gut geklappt, aber das heißt ja nicht, dass es immer so laufen muss“, sagte Torsten Mattuschka: „In welchem System wir spielen, muss der Trainer entscheiden. Wir versuchen das umzusetzen, wie gegen Dresden.“ Dennoch freut sich der Union-Kapitän um die positive Wirkung, die das Spiel mit den beiden Sechsern hinterlassen hat. „Es war wichtig, dass wir mal gezeigt haben, was wir können. Jetzt müssen wir versuchen, da Konstanz reinzubekommen“, erklärte Mattuschka. Wohl wissend, dass es von Vorteil ist, „dass wir drei Systeme spielen können. Vielleicht ist die Variante mit zwei defensiven Mittelfeldspielern auch das System für die nächsten Wochen für uns.“ Die größere Flexibilität hat jedenfalls das Selbstvertrauen der Köpenicker nach dem Fehlstart in die Spielzeit erheblich gestärkt. Wichtig wird sein, gegen die Düsseldorfer, die sehr gern ein wenig aggressiver zu Werke gehen, nicht die Ordnung zu verlieren und in jeder Situation die Disziplin zu bewahren. Gelingt dies, rückt die Systemfrage automatisch in den Hintergrund.

Gegen den Bundesliga-Absteiger nicht mitwirken wird Mario Eggimann. Der Innenverteidiger ist nach seiner Verletzung des Sprunggelenks noch nicht wieder im Vollbesitz seiner Kräfte. „Eggimann versucht, mehr und mehr wieder ins Mannschaftstraining einzusteigen“, erklärte sein Trainer zwar. Aber: Bis Montag bedarf es laut Neuhaus „eines kleinen Wunders“, um den Schweizer gegen Düsseldorf aufbieten zu können. Auch Christopher Quiring und Björn Kopplin werden aller Voraussicht nach höchstens im Kader stehen. Das Duo holte sich auf eigenen Wunsch Spielpraxis bei Unions Regionalligateam, das bei Aufsteiger Viktoria 89 1:1 spielte.