Aufstellung

Hertha will die Pleitenserie gegen Nürnberg beenden

Trainer Luhukay streicht Kobiashvili aus seinem Kader

Das Grundig-Stadion, das den allermeisten Fußballfans eher als Frankenstadion ein Begriff sein dürfte, gehört nicht unbedingt zu den beliebtesten Ausflugsorten der Anhänger und Angestellten von Hertha BSC. Aus der Heimstätte des 1. FC Nürnberg kehrten die Berliner in den vergangenen Jahren nämlich allzu oft mit einem unschönen Gefühl zurück. Alle sechs Partien der zurückliegenden zehn Jahre konnten die Herthaner nicht gewinnen. Fünfmal schlichen sie sogar als Verlierer vom Platz. Mit 3:11 belegt auch die Tordifferenz die Berliner Chancenlosigkeit beim Club.

Von einem ausgewachsenen Franken-Fluch will man bei Hertha zwar vor der Auswärtspartie heute beim 1. FCN (15.30 Uhr) nicht sprechen, doch Peter Niemeyer, der beim letzten erfolglosen Auftritt der Blau-Weißen in Nürnberg Anfang 2012 auf dem Platz stand (0:2), warnt seine Kollegen trotzdem: „Das wird ein harter Brocken. In Nürnberg müssen wir alles reinlegen. Mit nur 99 Prozent Leidenschaft wird es nicht gehen.“ Dass Niemeyer seiner Spezialdisziplin nachgehen und die besagte Leidenschaft von Beginn an auf dem Platz vorleben kann, ist eher unwahrscheinlich. Zu überzeugend waren die Auftritte von Fabian Lustenberger und Hajime Hosogai auf Niemeyers Position im defensiven Mittelfeld beim 6:1 gegen Eintracht Frankfurt vor einer Woche. Eben jener Achtungserfolg zum Start der neuen Saison, der Hertha bundesweit ein paar schöne Schlagzeilen verschafft hat, ist auch der Grund für vorsichtigen Berliner Optimismus. Zwar sagt Innenverteidiger Sebastian Langkamp: „Was gegen Frankfurt gewesen ist, war schön. Aber gegen Nürnberg wird es ganz anders, denn die sind eine richtig heimstarke Mannschaft.“ Doch der 25-Jährige ergänzt: „Wenn wir so auftreten wie zuletzt, ist vieles möglich.“

Hubnik kann gehen

Die Reise nach Nürnberg nicht angetreten hat neben den verletzten Marcel Ndjeng, Johannes van den Bergh und Hany Mukhtar auch Levan Kobiashvili. Obwohl der 36 Jahre alte Georgier eine Alternative für van den Bergh links in der Viererkette gewesen wäre, nominierte ihn Herthas Trainer Jos Luhukay am Sonnabend nicht für den 18er-Kader. Damit stehen dem Niederländer nunmehr noch der defensivere Fabian Holland und der offensiver ausgerichtete Nico Schulz, der unter der Woche sein Debüt für das deutsche U21-Nationalteam gegeben hat, zur Auswahl.

Ebenfalls nicht berücksichtigt wurden erneut Flügelspieler Ben Sahar und Innenverteidiger Roman Hubnik. Den Tschechen würde Hertha am liebsten noch in der aktuellen Transferperiode abgeben. Das bekräftigte Herthas Manager Michael Preetz, der am Sonnabend seinen 46. Geburtstag feierte, noch einmal vor der heutigen Partie. Ingolstadt soll interessiert sein. Und das liegt ja bekanntlich in Oberbayern und nicht in Franken.