Tennis

Aus dem Traum erwacht

Sabine Lisicki verliert in Cincinnati ihr erstes Match seit Wimbledon

Cincinnati im US-Bundesstaat Ohio gehört nicht unbedingt zu den liebsten Reisezielen von Sabine Lisicki. Gerade, wenn es in das Lindner Family Tennis Center im Nordosten der Stadt geht. Jährlich führt die Weltelite des Tennissports dort ihre Generalprobe für die US Open (26. August bis 8. September) durch, und erst einmal in vier Versuchen hat Lisicki die zweite Runde erreicht. Zuletzt in ihrer ersten Saison als Profi. Fünf Jahre ist das her.

Auch am frühen Mittwochmorgen deutscher Zeit wollte es nicht klappen. Der direkte Vergleich mit Auftaktgegnerin Jelena Jankovic las sich ähnlich ernüchternd wie ihre Turnierbilanz von Cincinnati. Gegen die in der Weltrangliste um drei Positionen besser notierte Serbin, die schon mal Nummer eins der Welt war, unterlag die 23-Jährige schließlich in drei Sätzen 6:7 (5:7), 7:5, 2:6. „Ich habe viele leichte Fehler gemacht, aber auch ein paar tolle Punkte gespielt“, sagte Lisicki über die teilweise hart umkämpfte Partie, die erst nach 2:21 Stunden vorüber war. Es habe ein wenig die Matchpraxis gefehlt, so Lisicki.

Fünf Wochen nach ihrem sensationellen Finaleinzug beim Grand-Slam-Turnier von Wimbledon ist die Nummer 18 der Welt ein wenig auf den Boden der sportlichen Tatsachen zurückgekehrt. Am Montag war Lisicki von der Sport Bild noch zum „Star des Jahres“ gekürt worden. „Egal wohin ich gehe, erkennen mich Leute, das ist schon etwas anderes – ob in Deutschland oder USA, das ist egal“, sagte sie.

Die erste Niederlage beim erstem Hartplatz-Auftritt diesen Sommer kam hingegen nicht sehr überraschend. Seit Wimbledon hatte Lisicki kein Match mehr bestritten, sämtliche Turniere musste sie unter anderem wegen einer Verletzung am Handgelenk absagen. Ja, die Vorbereitung sei nicht nach Wunsch verlaufen, gab sie zu.

Gegen Jankovic bewies sie dennoch Kämpferqualitäten: Beim Stand von 4:5 und 0:30 im zweiten Satz erzwang sie einen dritten Durchgang, servierte dort aber insgesamt acht Doppelfehler. Trotzdem blickt Lisicki optimistisch nach vorn: „Es bleibt noch genügend Zeit, das Gefühl wird kommen. Es dauert eben ein bisschen“, sagte sie im Hinblick auf die US Open, bei denen sie noch nie über das Achtelfinale hinauskam. Die nötige Spielpraxis will sie sich in der kommende Woche beim Turnier in New Haven/Connecticut holen, um dann „endlich mal die zweite Woche in New York zu erreichen“.

In guter Gesellschaft befindet sich Lisicki mit Julia Görges und Annika Beck, die auch in der 1. Runde ausschieden. Andrea Petkovic verpasste durch ein 4:6, 7:6 (7:3), 3:6 gegen die Italienerin Roberta Vinci den Einzug ins Achtelfinale. Besser lief es für die anderen Deutschen: Angelique Kerber musste beim 6:7 (6:8), 6:0, 6:1 gegen Karin Knapp aus Italien über drei Sätze gehen. Mona Barthel gelang ein glattes 6:3, 6:4 gegen die Tschechin Lucia Safarova.