WM-Viertelfinale

Fechter bei WM wütend: „Medaille wurde uns geraubt“

Erst regierte nach dem frühen Aus von Florett-Europameister Peter Joppich die Enttäuschung, nach dem „Medaillenraub“ bei Sebastian Bachmann dann die Wut.

„Er ist beschissen worden“, sagte Verbands-Vizepräsident Dieter Lammer nach Bachmanns umstrittener 14:15-Niederlage im WM-Viertelfinale. Der Delegationsleiter der deutschen Fechter in Budapest nahm kein Blatt vor den Mund und legte weiter nach: „Ihm wurde die Medaille geraubt.“

Eigentlich hatte sich Bachmann schon über Bronze gefreut, es wäre die erste Einzelmedaille des Tauberbischofsheimers überhaupt gewesen. Gegen den Amerikaner Miles Chamley-Watson hatte der 26-jährige Bachmann den entscheidenden Treffer zum 15:14 gesetzt – Bundestrainer Ulrich Schreck jubelte mit erhobenen Armen. Zu früh.

Der Kampfrichter sah es anders: Er gab dem Deutschen die dritte Rote Karte des Duells – Punkt für den Gegner, 14:15 statt 15:14, Blech statt Bronze. Bachmann habe jeweils den Kopf zu tief gehalten und dadurch die Trefferfläche verringert, entschied der Obmann. „Der Sieg ist durch die Kampfrichterentscheidungen verhindert worden“, sagte Sportdirektor Sven Ressel. Bachmann musste alles erst einmal in Ruhe verarbeiten. Das deutsche Fechterlager war unisono erzürnt. Und Chamley-Watson gewann am Abend übrigens Gold.