K.-o.-Runde erreicht

Beachvolleyball: Ein Sieg gegen die Mutlosigkeit

Wie Sebastian Fuchs die Zeit ohne Julius Brink erlebt

Weil er sich nie unterkriegen lassen will, wenn auch in seinem Karriereplan im Moment wirklich nicht viel nach Wunsch verläuft. 21:18, 22:20 gegen die Tschechen Kufa/Hadrava, mit Müh und Not die K.-o.-Runde beim Beachvolleyball-Grand-Slam in Berlin erreicht. Aber immerhin. Fuchs spielt an der Seite von Thomas Kaczmarek, seinem Interimspartner. Eigentlich wollte er jetzt die Szene gemeinsam mit Olympiasieger Julius Brink rocken. Doch seit der sich im Juni eine hartnäckige Oberschenkelverletzung zuzog, ist der Plan ziemlich durcheinander geraten.

Beim Turnier in Rom trat Fuchs mit Mischa Urbatzka an, bei der WM in Polen mit Kaczmarek, in Gstaad mit Eric Koreng, danach in Binz mit Christoph Schwarz – wie soll man bei so vielen Wechseln seinen Rhythmus finden? Zumal ja klar ist, dass er 2016 bei den Olympischen Spielen in Rio mit Brink um eine Medaille kämpfen will. Der frühere Bundesligaspieler des SC Charlottenburg nimmt es positiv. „Das hätte anders laufen können“, sagt der 27-Jährige, „aber ich nehme super viel mit aus dieser Zeit.“ Einmal öfter aufstehen, als man hingefallen ist, das ist seine Devise. „Ich bin jetzt oft an Grenzen gestoßen, war nah dran, den Mut zu verlieren.“ Aber so weit ist es nicht. Zumal er sich selbst nicht als den Hauptleidtragenden sieht: „Julius leidet ja mehr als ich.“

Erdmann/Matysik im Achtelfinale

Gemeinsam trainieren können sie schon hin und wieder, nur für Wettkämpfe reicht es noch nicht. Da beschäftigen sich die Physiotherapeuten mit dem Olympiasieger. „Man muss ihn auch nicht andauernd fragen: Wann kommst du zurück? Das wird nervig.“ Heute im Play-off-Spiel gegen die Brasilianer Alison/Emanuel wird Brink in der Waldbühne aber sicher zuschauen – ausgerechnet gegen das Duo, gegen das er mit dem inzwischen zurückgetretenen Jonas Reckermann in London im Finale Gold gewann. Jetzt sind die Ziele etwas bescheidener: Bei den Deutschen Meisterschaften in Timmendorfer Strand Ende des Monats wollen Brink/Fuchs ihr fünftes gemeinsames Turnier bestreiten. „Ich hoffe“, sagt Fuchs, „er ist dann wieder dabei.“

Von den fünf in Berlin gestarteten deutschen Männerteams sind vier weitergekommen; die Berliner Jonathan Erdmann und Kay Matysik sind nach drei Siegen in ihrer Gruppe schon für das Achtelfinale qualifiziert. Bei den Frauen legten die Weltranglistenzweiten Katrin Holtwick und Ilka Semmler ebenfalls einen starken Start mit zwei Siegen hin und sind schon weiter. Begonnen wird heute in der Waldbühne erneut um 8.30 Uhr. Unter anderem mit dem Spiel zwischen Fuchs/Kaczmarek und den Olympia-Zweiten aus Brasilien.