DFB-Pokal

2:1 in Regensburg: Union zieht in die nächste Runde ein

Zugänge Brandy und Köhler treffen für die Berliner

Uwe Neuhaus sagt, dass er zu denen gehört, die lesen, was in der Zeitung steht. Das sei Teil seines Berufs. Er interessiert sich dabei vor allem für den Fußball-Zweitligisten 1.FC Union, dessen Trainer ist er nämlich. Und deswegen machte das Lesen in den vergangenen Tagen bestimmt keinen Spaß. Überall stand nur, wie schlecht es für die Berliner im DFB-Pokal läuft, seit er amtiert. Das kann einem die Laune schon ordentlich vermiesen.

Aber es kann auch motivieren. Neuhaus hatte ja schon angekündigt, dass man kein Geld mehr liegen lassen wolle, indem man an kleinen Gegnern scheitert. Vorerst gelang das auch, in der ersten Runde setzte sich Union beim Drittligisten Jahn Regensburg nach Treffern von Sören Brandy (21.) und Benjamin Köhler (42.) mit 2:1 (2:1) durch. „Dieser Sieg war ganz wichtig für uns“, sagte Kapitän Torsten Mattuschka. Zum zweiten Mal nach 2012 zog Union damit seit 2007 erst in die zweite Runde des Pokals ein. Womit das Lesen der Zeitung nun wieder mehr Freude bereiten dürfte.

Vier Veränderungen in der Startelf

Damit war es zuletzt ja generell schwierig gewesen. In der Liga war Union mit einer Niederlage und einem Unentschieden gestartet, was den Berlinern nicht genügte. Im Vergleich zum 1:1 in Bielefeld zuvor veränderte Neuhaus deshalb ein paar Dinge. In einer Personalie hatte er keine Wahl, Mario Eggimann ist verletzt, dafür rückte Christian Stuff in die Innenverteidigung. In der Offensive entschied sich der Trainer von sich aus dafür, Köhler für Martin Dausch und Brandy für Baris Özbek auf den Außenbahnen spielen zu lassen sowie Steven Skrzybski statt Simon Terodde neben Adam Nemec zu stellen. Vor allem der Entschluss für die Änderungen im Mittelfeld machte sich bezahlt, die Zugänge Brandy und Köhler sorgten für einige gefährliche Situationen vor dem Tor des Gegners.

Bis es soweit war, lief das Spiel allerdings wieder ähnlich wie die vorherigen. Union verzichtete auf all zu harte Zweikampfarbeit, die Regensburger konnten erst einmal viel von dem umsetzen, was sie sich vorgenommen hatten. Über Laufbereitschaft wollten sie die Berliner einengen, doch Regensburg kombinierte auch gut und ging nach einem Abwehrfehler von Marc Pfertzel durch Abdenour Amachaibou in Führung (19.).

Die Freude darüber hielt nicht lange, denn Union legte seine Lethargie umgehend ab. Michael Parensen schlug den Ball in den Strafraum und Brandy traf zum Ausgleich. Das nahm Regensburg den Elan, spielerisch stieg die Qualität bei den Berlinern dennoch nur bedingt. Meist tat sich Union schwer, in die Spitze zu gelangen, es ging viel quer. Einmal aber hob Pfertzel den Ball gefühlvoll auf der rechten Seite zu Brandy, der flankte genau auf den Kopf von Köhler und jubelte dann über dessen Führungstreffer zum 2:1.

Anschließend bestimmten die Berliner die Partie, standen besser bei den Zweikämpfen, agierten wie ein Favorit. Brandy hätte nach Flanke von Köhler auch alles klar machen können, doch freistehend scheiterte er an Bernhard Hendl im SSV-Tor (55.). So wurde es noch einmal zu einer Zitterpartie, denn Pfertzel sah nach einem Foul im Strafraum die Rote Karte (69.). Den Strafstoß setzte Mario Neun aber allerdings an den Pfosten. „Leider hat der Schiedsrichter zur Spannung beitragen. Gelb gegen Marc hätte auch gereicht“, so Mattuschka. Die Gastgeber kamen durch die zahlenmäßige Überlegenheit noch zu einigen gefährlichen Aktionen, doch die Berliner gaben den ersten Pflichtspielsieg der Saison nicht mehr aus der Hand. Mattuschka: „Das war ein Drecksspiel. Wir haben in der zweiten Halbzeit alles reingehauen, was wir haben.“ Viel Zeit zum Ausruhen bleibt nun aber nicht, schon am Freitag reist Union nach Dresden.