Hungaroring

Räikkönen: In Ungarn am Steuer, mit dem Herzen am Lausitzring

Kimi Räikkönen geht auf dem Hungaroring (siehe Text links) seinem Job nach, doch der 33 Jahre alte Formel-1-Weltmeister von 2007 ist mit dem Renntermin in Ungar nicht restlos glücklich.

Der Finne wäre gern gut 600 Kilometer weiter nordwestlich als Chef seines Motocross-WM-Teams (Ice ONE Racing) durch das Fahrerlager am Lausitzring spaziert. Dort wird heute ab 9 Uhr das 14. von 18 WM-Rennen ausgetragen (Sport1 plus ab 12 Uhr) wird. „Ich bin gern vor Ort, wenn mein Team um WM-Punkte kämpft. Motocross ist ein Sport, der mich schon als Junge fasziniert hat. Und ich hätte mir damals auch vorstellen können, einmal als Profi dort mein Geld zu verdienen“, sagte Räikkönen der Berliner Morgenpost.

Wie ernst der derzeit am heftigsten umworbene Formel-1-Pilot sein Faible für die Zweiräder nimmt, zeigte sich zuletzt in einer Entscheidung, die seinem Arbeitgeber Lotus nicht wirklich gefallen haben dürfte. Räikkönen schwänzte in Moskau die Show „Moscow City Racing“, an der neben Ex-Champion Jenson Button (McLaren, 2009) auch Lotus-Pilot Kimi Räikkönendabei sein sollte. Doch er zog es vor, einen Ausflug in die Zweirad-Szene zu unternehmen und besuchte in Genk eine vom zehnfachen Motocross-Weltmeister Stefan Everts (Belgien) ausgerichtete Wohltätigkeitsveranstaltung.

Seit 2011 ist Räikkönen mit seinem Team in der Weltmeisterschaft vertreten. Zunächst mit Motorrädern von Kawasaki, dann mit KTM. Vor einigen Wochen hat er seinen Vertrag mit dem österreichischen Hersteller verlängert. Pit Beirer, selbst lange hervorragender WM-Crosser und heute Sportchef der Truppe aus Mattighofen, war entsprechend erfreut. „Wir haben mit Kimi Räikkönen nicht nur einen extrem prominenten Partner. Er hat sein Team auch hoch professionell aufgebaut“, sagte der 40-jährige Deutsche.

Räikkönens Pilot Rui Goncalves (Portugal) liegt in der WM-Gesamtwertung vor dem heutigen Rennen auf dem Lausitzring auf Rang neun – einen Platz hinter dem besten deutschen Fahrer Max Nagl. Der 25-Jährige aus Weilheim holte sich 2012 zusammen mit Ken Roczen (der Weltmeister von 2011 fährt derzeit in den USA) und Marcus Schiffer (der Kölner feiert heute seinen 26. Geburtstag) den Team-WM-Titel. Nagl ist beeindruckt von der WM-Premiere auf dem Lausitzring. „Es ist toll, was die Organisatoren hier präsentieren. Vor allem das sensationelle Fahrerlager sprengt alle Rekorde“, so der Vize-Weltmeister von 2009. Rund 1000 LKW-Ladungen Sand und Lehm wurden für die 1500-Meter-Piste an die Rennstrecke geschafft.