Wasserspringen

Angeschlagener Hausding verpasst weitere Medaille

Berliner bei WM nur Siebter vom Drei-Meter-Brett

Patrick Hausding biss auf die Zähne, riskierte – und verlor. Vom Drei-Meter-Brett blieb dem Berliner Wasserspringer ein ähnlicher WM-Coup wie Synchron-Gold vom Turm verwehrt. Der 24-Jährige kam bei der Schwimm-WM nicht über Platz sieben hinaus. Hausding hatte seit Tagen Ohrenprobleme, zudem behinderten ihn eine Bizepssehnenreizung am linken Arm und Schulterprobleme. „Ich habe eigentlich fünf gute Sprünge, aber keine sehr guten gemacht. Die hätte ich aber gebraucht. Es waren immer kleine Dinge dabei“, sagte Hausding.

Der EM-Dritte hatte vor dem Wettbewerb Schmerzmittel nehmen müssen und verzichtet daher auf das Turm-Einzel in Barcelona. „Das Immunsystem ist langsam am Ende, und vielleicht ist es Zeit, dass die Wettkämpfe zu Ende gehen“, erklärte Hausding, für den die WM nun vorbei ist. Die Männer-Konkurrenz gewann überlegen der Olympia-Dritte He Chong aus China vor dem Russen Jewgeni Kusnezow und dem Mexikaner Yahel Castillo. Europameisterin Tina Punzel verpasste als 13. knapp das Finale vom Drei-Meter-Brett. 6,6 Punkte fehlten für Platz zwölf und das Erreichen der vorletzten Entscheidung der Wasserspringer. „Nervös war ich eigentlich nicht“, sagte die erst 17-Jährige.

Schwierigsten Sprung gewählt

Nach zwei von sechs Sprüngen lag Hausding auch aufgrund geringerer Schwierigkeitsgrade auf Platz acht. Die Wende sollte der zweieinhalbfache Salto mit drei Schrauben bringen. Mit 3,9 Punkten der schwierigste Sprung aller zwölf Finalisten. Doch beim Eintauchen hatte Hausding die Beine nicht geschlossen, die Punktabzüge taten weh: 79,95 statt der erhofften rund 100 Punkte halfen für eine Medaille nicht entscheidend weiter.

Hausding durfte danach die Wettkampfsachen für diese Titelkämpfe zusammenpacken. Neben dessen Synchronsprung-Partner Sascha Klein wird der 17-jährige Dominik Stein am Sonnabend den Einzel-Wettbewerb vom Turm angehen. „Da geben wir einem jungen Sportler die Chance, sich vorzustellen“, sagte Bundestrainer Lutz Buschkow und begründete den Schritt mit der Verletzung Hausdings. „Patrick hat seine Aufgabe schon erfüllt, und man muss die Gesundheit des Sportlers im Auge haben.“