Fußball

Union gelingt beim Aufsteiger nur ein Unentschieden

1:1 in Bielefeld genügt den Ansprüchen nicht

Konnte wirklich etwas schiefgehen? Sicher kann der 1. FC Union in der Zweiten Fußball-Bundesliga auswärts nicht auf Heldentaten verweisen. Es verhält sich eher so, dass Sorgen angebracht sind, wenn der Klub in der Fremde gefordert ist. Doch bei der Bielefelder Arminia hat es für Uwe Neuhaus noch immer irgendwie gereicht. Egal ob als Spieler oder Trainer, verloren hat der Coach der Berliner dort nie.

Und das blieb auch diesmal so. Union ging mit einem 1:1 (1:0) aus der Partie. Glücklich und zufrieden machte das allerdings niemanden bei den Berlinern, für die Adam Nemec getroffen hatte (25.). Mit enttäuschten Gesichtern verließen die Profis den Platz, die Mannschaft kam erneut nicht in Schwung und lieferte eine dürftige Partie ab. „Es war ein sehr, sehr schlechtes Spiel von uns, aus dem wir glücklich einen Punkt mitnehmen“, resümierte Neuhaus.

Nach dem 1:2 zum Auftakt gegen Bochum wollten die Köpenicker beim Aufsteiger unbedingt eine Reaktion zeigen. Die oblag zunächst einmal dem Trainer, Neuhaus tauschte seine Formation auf zwei Positionen aus. Für Benjamin Köhler rückte Martin Dausch ins linke Mittelfeld, im Angriff lief Simon Terodde statt Sören Brandy auf. Eine messbare Wirkung brachten diese Maßnahmen nicht. Union zeigte sich lange zu passiv und unterschied sich im Auftreten kaum vom Auftaktspiel.

Die große Hitze setzte beiden Mannschaften natürlich zu, vielleicht wollten sich die Berliner deshalb nicht zu früh verausgaben. Sie überließen jedenfalls die Anfangsphase komplett dem Gegner. Der war deutlich aktiver und entwickelte viel mehr Drang zum Tor. Ein konstruktiver Aufbau war aber auch bei Arminia nur selten zu erkennen. Beide Mannschaften operierten eher mit langen Bällen. Einer der wenigen davon auf Berliner Seite brachte überraschend die Führung: Michael Parensen flankte perfekt auf Nemec, der zum 1:0 einköpfte.

Parensen hatte sich bis dahin öfter beschwert, dass er auf der linken Seite zu wenig eingebunden wird. Auch nach dem Treffer änderte sich daran nichts, der sich bietende Raum wurde schlecht genutzt, hinzu kamen einige Fehler. Union zog sich zurück, ließ Bielefeld frei agieren. Was Fabian Klos nach einem Ableger an der Strafraumgrenze zu einem Flachschuss ins Netz nutzte (54.).

Die Berliner liefen danach Gefahr, gleich die ganze Partie zu verspielen, mehrere gefährliche Chancen der Arminia reihten sich aneinander. Erst als den engagierten Gastgebern etwas die Luft ausging, schaltete auch Union wieder auf Vorwärtsgang. Der verpuffte jedoch meist harmlos, so dass der Frust bei den Berliner wuchs. Es gab viele gelbe Karten, und Trainer Neuhaus wurde schließlich auf die Tribüne geschickt.