Jubiläum

Matadoren-Rennen lockt Traber-Elite nach Mariendorf

Bahnchef Mommert kündigt finanziellen Rückzug an

100 Jahre Trabrennbahn Mariendorf – und wie geht es weiter? Allen Problemen um Finanzen und Strukturen im Pferderennsport in und um Berlin zum Trotz sind die Verantwortlichen der Jubiläumsbahn stolz, die traditionelle Derby-Woche mit zwei Premium-Renntagen am Sonnabend und Sonntag (Beginn jeweils 12.30 Uhr) einzuleiten. „Auch wenn den Berlinern gern eine große Klappe nachgesagt wird – vom 27. Juni bis zum 4. August, dem Tag des 118. Deutschen Derbys, schaut alles, was sich in Europa fürs Traben interessiert, nach Mariendorf“, freut sich Geschäftsführer Andreas Haase.

Und da man zu einem Jubiläum auch gern ein Highlight setzt, haben die Organisatoren um Bahneigentümer Ulrich Mommert (72) nach elf Jahren Pause das Matadoren-Rennen, erstmals ausgetragen 1919, zu neuem Leben erweckt. 100.000 Euro Preisgeld winken am Sonntag nach einer Distanz von 2500 Metern Sieger und Platzierten. Die Auslosung der Startplätze wurde nach Frankreich, Italien und Skandinavien übertragen.

Zwölf Pferde sind genannt, ihre gemeinsame Gewinnsumme: 5,8 Millionen Euro. Alle anderen überragend: Main Wise As mit dem Franzosen Pierre Levesque (52) im Sulky hat allein 1.461.080 Euro aufgesammelt. Am anderen Ende der Skala: Abano Boy mit einem Karriereeinkommen von 44.000 Euro – aber in Berlin gesteuert von Fahrer-Weltrekordler Heinz Wewering (63), der sich zügig auf seinen 17.000 Sieg zubewegt.

„Abano Boy hat drei Rennen in Folge gewonnen. Er geht in Berlin mit einer enormen Sicherheit. Wir können doch nur gewinnen in diesem Feld“, lässt Wewering, der 1981 das Matadoren-Rennen mit Babesia Keyston Patriot für sich entscheiden konnte, keinen Zweifel an der Richtigkeit seiner Startzusage aufkommen. Ob die Zuversicht ausreicht, am Ende den Siegerpokal von Profibox-Weltmeister Marco Huck überreicht zu bekommen, wird sich zeigen.

Ungeachtet der sportlichen Höhepunkte, die nach dem anstehenden Wochenende von Donnerstag (1. August) bis zum Derby-Sonntag ihre Fortsetzung finden, müssen sich die Verantwortlichen Gedanken um den langfristigen Fortbestand des Trabersports machen. Ulrich Mommert, seit 2005 Eigentümer des Mariendorfer Geläufs und Mäzen in Personalunion, hat angekündigt, sein Engagement (ein siebenstelliger Betrag pro Jahr) zurückzufahren. Anstehende Sanierungs- und Renovierungsmaßnahmen sollen auf mehrere Schultern verteilt werden. Mommert sieht dabei auch die Trabrennbahn Karlshorst und die Galopprennbahn in Hoppegarten, mit deren Eigentümer Gerhard Schöningh (50) hat es bereits Kontakte gegeben, mit im Boot. Vorrangiges Ziel: „Es muss uns gelingen, einen potenten Vermarkter für das gesamte Renngeschäft finden.“