Schwimmen

Thomas Lurz peilt über zehn Kilometer nächste Medaille an

WM-Bronze feierte Thomas Lurz im Teamhotel mit einem Gläschen Sekt, vor seiner nächsten Medaillenchance musste der Rekord-Weltmeister dann ein wenig bluten. Die Routine eines Blut-Dopingtests brachte der Würzburger mit zwei seiner Freiwasser-Teamkollegen schnell hinter sich. Nach Platz drei über fünf Kilometer in Barcelonas schmuddeligem Hafenbecken verlief der wettkampffreie Sonntag ansonsten ruhig mit Training und Physiotherapie – schließlich steht bereits an diesem Montag mit den zehn Kilometern (12 Uhr) die nächste Medaillenchance an.

Nach sieben WM-Titeln in Serie über die halbe Distanz war von Enttäuschung über die gerissene Gold-Serie keine Spur. „Es ist klar, man kann nicht immer gewinnen. Von daher ist die Medaille spitze“, sagte Lurz, der im Endspurt gegen den tunesischen Olympiasieger Oussama Mellouli und den Kanadier Eric Hedlin den Kürzeren gezogen hatte. „Man muss immer jedes Rennen vom Punkt null anfangen. Es kommen neue Schwimmer, jüngere. Sich immer wieder durchzusetzen, ist schon schwer“, erklärte der 33-Jährige.

Die Jugend drängt nach

Über die zehn Kilometer hofft Lurz, dass der eigentliche Beckenschwimmer Mellouli ob des höheren Kräfteverschleißes auf der größeren Distanz seine überragenden Spurtqualitäten nicht so ausspielen kann. Bei Olympia schlug Mellouli allerdings auch über zehn Kilometer vor Lurz an. „Über 100 Meter ist er vier, fünf Sekunden schneller. Das macht den Unterschied aus“, erklärte der zehnmalige Weltmeister, der nach den zehn Kilometern noch im Team-Wettbewerb antritt. Einen Start über die 25 Kilometer hielt er sich offen.

Freiwasser-Bundestrainer Stefan Lurz konnte mit dem Auftakt seiner Sparte zufrieden sein, wenn auch mit Blick auf das Frauen-Rennen „mit einem weinenden und lachenden Auge“. Ein paar Tränen verdrückte Isabelle Härle, obwohl der fünfte Platz bei ihrem erst zweiten Einzelrennen bei einem internationalen Freiwasser-Großereignis besser als erwartet war. „Im Endeffekt ärgere ich mich trotzdem. Ein dritter Platz wäre möglich gewesen“, sagte die 25 Jahre alte Essenerin. Nur 1,5 Sekunden fehlten ihr zum Überraschungs-Coup.

Härle lieferte sich im Kampf um Bronze ein enges Rennen mit einem halben Dutzend Konkurrentinnen. „Es ist ein bisschen ärgerlich, dass ich in einen Strudel reingekommen bin“, erklärte die WM-16. von 2011. „Das ist echt ein Geknüppel, ein wahnsinniges Geprügel. Wenn jemand neben dir ist, kriegst du eine drüber.“ Im Team-Rennen mit zwei Männern soll nun Zählbares her. Beim Sieg der Amerikanerin Haley Anderson wurde die 17 Jahre alte Nachwuchshoffnung Finnia Wunram wegen eines Wendefehlers an einer Boje disqualifiziert. Auch Junioren-Weltmeister Rob Muffels hielt lange glänzend in der Spitzengruppe mit, wurde im Endspurt als Elfter gewertet. „Es kommt guter Nachwuchs nach, wir sind gut aufgestellt“, lobte Thomas Lurz.