Schwimm-Weltmeisterschaften

Lurz holt bei der WM die erste Medaille für das deutsche Team

Die Gold-Serie ist beendet, WM-Bronze fand Thomas Lurz trotzdem „okay“.

Zum Auftakt der Schwimm-Weltmeisterschaften in Barcelona lieferte Lurz über fünf Kilometer im Freiwasser das erhoffte Edelmetall. Der Rekord-Weltmeister musste nach sieben WM-Titeln in Serie nur 10-Kilometer-Olympiasieger Oussama Mellouli und den Kanadier Eric Hedlin ziehen lassen. „Das geht in Ordnung, das ist gut, ich bin zufrieden“, sagte der Würzburger und lobte die besseren Sprint-Qualitäten des eigentlichen Beckenschwimmers aus Tunesien: „Er schwimmt auf 100 Meter vier, fünf Sekunden schneller als ich. Das ist der Unterschied.“

Mellouli verhielt sich im schmutzigen Hafenbecken von Barcelona clever. Er hielt das Tempo hoch, ließ Lurz aber oft die Führungsarbeit machen. „Auf den letzten Metern hat er seine Geschwindigkeit ausgespielt, er war heute der Beste“, sagte Freiwasser-Bundestrainer Stefan Lurz. Sein Bruder hat noch über die 10 Kilometer und im Team-Wettbewerb Chancen, einen Start über die 25 Kilometer lässt er noch offen. Die Qualität des etwa 24 Grad warmen Wassers im Hafenbecken war zumindest etwas besser als bei den Trainingseinheiten, als die Sportler eine Kloake beklagt hatten. „Es war immer noch ein Ölfilm auf der Strecke. Ich gehe aber davon aus, dass gesundheitlich alles okay ist“, sagte Stefan Lurz.

Isabelle Härle schwankte nach Platz fünf zwischen Traurigkeit und Freude. „Ich wollte unter die ersten Zehn kommen. Im Endeffekt ärgere ich mich trotzdem. Ein dritter Platz wäre möglich gewesen“, sagte die 25 Jahre alte Essenerin. Nur 1,5 Sekunden fehlten Härle in ihrem erst zweiten Einzel-Rennen bei einem internationalem Großereignis zum Überraschungs-Coup. Erste Weltmeisterin von Barcelona wurde Haley Anderson (USA). Die Olympia-Zweite über zehn Kilometer gewann vor den beiden Brasilianerinnen Poliana Okimoto Cintra und Ana Marcela Cunha.

Härle lieferte sich im Kampf um Bronze ein enges Rennen mit einem halben Dutzend Konkurrentinnen. „Es ist ein bisschen ärgerlich, dass ich in einen Strudel reingekommen bin“, erklärte die WM-16. von 2011.

Im anstehenden Team-Rennen mit zwei Männern soll nun Zählbares her. „Ich will die Medaille, jetzt erst recht“, sagte sie grinsend und fügte hinzu: „Ich mach die Jungs jetzt noch ein bisschen heiß.“