Tennis

Ende der Hamburger Haas-Festspiele

Der Tennis-Routinier scheitert in seiner Geburtsstadt im Viertelfinale. Federer bezwingt Mayer

Tommy Haas muss die Hoffnung auf einen Triumph in Hamburg auch in diesem Jahr begraben. Der 35-Jährige unterlag im Viertelfinale des ATP-Turniers am Rothenbaum ausgerechnet Fabio Fognini, der den deutschen Spitzenspieler schon in der vergangenen Woche in Stuttgart besiegt hatte. Vor 7500 Zuschauern reichte der beherzte Kampf des gebürtigen Hamburgers nicht aus. Die Nummer 25 der Welt verwandelte ihren ersten Matchball nach 1:21 Stunden zum 6:2, 6:4.

„Ich bin sehr enttäuscht, denn es macht einen Höllenspaß, vor so einem Publikum zu spielen“, sagte Haas: „Wer weiß, ob ich im nächsten Jahr hier wieder aufschlage. Ich hoffe es natürlich.“ Doch das Ausscheiden hat auch einen positiven Aspekt: Nach drei Monaten kehrt er in die USA zu Tochter Valentina und Frau Sara zurück. Haas, der einen möglichen Sieg in der Hansestadt als „eines der größten Highlights“ bezeichnet hatte, geriet von Beginn an unter gehörigen Druck. Der 26-jährige Fognini attackierte Haas’ Aufschlag immer wieder und hatte keine Furcht vor riskanten Schlägen von der Grundlinie.

Haas unterliefen im ersten Satz immer wieder leichte Fehler. Gleich zwei Breaks gegen sich und der schnelle Satzverlust waren die Folge. Das gleiche Spiel im zweiten Durchgang. Wieder mühte sich Haas und das Publikum feuerte den Tour-Oldie immer wieder mit „Tommy, Tommy“-Rufen an. Doch Fognini ließ sich davon nicht beeindrucken. Die Nummer 12 der Setzliste streute einen Winner nach dem nächsten ein. Haas war schlicht überfordert und musste das Break zum 1:2 hinnehmen.

Mit dem drohenden Aus vor Augen entdeckte der älteste Top-100-Spieler auf der Tour sein Kämpferherz. Haas schaffte das Re-Break und gab keinen Punkt mehr verloren – doch Fognini holte sich erneut den Aufschlag des Deutschen und ließ nichts mehr anbrennen. „Ich habe zu viele leichte Fehler gemacht und ihm das Selbstvertrauen in die Hand gegeben“, sagte Haas nach dem Match: „Man muss aber auch respektieren, dass er gerade sehr, sehr gutes Tennis spielt.“

Damit ist auch das Traumfinale von Publikumsliebling Haas gegen den 17-maligen Grand-Slam-Champion Roger Federer geplatzt. Der 31-Jährige besiegte den Bayreuther Florian Mayer in einem heiß umkämpften Spiel mit 7:6 (7:4), 3:6, 7:5. Nach exakt zwei Stunden verwandelte die Nummer fünf der Weltrangliste am Freitagabend ihren ersten Matchball. Nach Haas ist damit auch der letzte Deutsche in Hamburg ausgeschieden. „Wenn man irgendwann Angst vor dem großen Namen und dem Gewinnen bekommt, verliert man eben. Ich habe zwar ein gutes Match gespielt, aber nun bin ich gefrustet“, sagte Mayer.