Vorbereitung

Hertha auf Pärchensuche

Die Berliner arbeiten im Trainingslager in Österreich an der Feinabstimmung für die Bundesliga

Den Ball hat Jos Luhukay einen Tag vor der Abreise ins Trainingslager nach Österreich gar nicht erst mitgebracht. Seine Profis durften noch einmal auf dem Olympiagelände laufen. Links herum um den Platz, rechts herum und auch quer darüber. Der Trainer, der die Einheit voll mitmachte, freute sich danach über eine gelungene Woche. Zwei Testspiele gewonnen, die Belastungen der Vorbereitung gleichmäßig auf alle Spieler verteilt, von denen sich bisher keiner ernsthaft verletzt hat.

Mit der Reise ins Trainingslager startet Hertha in die dritte und letzte Phase der Vorbereitung. Alle 24 Feldspieler und die drei Torhüter fliegen um 13 Uhr mit der Maschine AB 8926 von Tegel nach Salzburg. Auch Manager Michael Preetz ist an Bord. Insgesamt 47 Personen umfasst der gesamte blau-weiße Tross. Von Salzburg aus geht es mit dem Bus eineinhalb Stunden in die Steiermark in ein Golfresort nach Irdning. Schon am späten Nachmittag soll das Team auf dem Platz des örtlichen Klubs ATV Irdning mit der ersten Einheit beginnen.

Der einwöchige Ausflug in das Nachbarland kostet den Klub rund 45.000 Euro. Doch der klamme Verein hat das Trainingslager fast vollständig gegenfinanziert. Die Rechte für die zwei Testspiele am Dienstag gegen den italienischen Erstligisten US Palermo und am Freitag gegen den serbischen Klub RAD Belgrad wurden beispielsweise an eine Vermarktungsagentur abgetreten. Allein dieser Deal bringt schon gut 30.000 Euro in die Kasse.

Um die Schwerpunkte macht der niederländische Coach keine Geheimnisse. Den Ball werden seine Spieler im Gegensatz zum letzten Training in Berlin wieder zu sehen bekommen. „Wir werden im fußballspezifischen Bereich arbeiten. Das ist nicht so schwierig. Es geht immer um das Defensiv- und dann um das Offensivverhalten. Das werden wir täglich machen.“

Um kein Deut weicht der Trainer von seinem Vorbereitungsplan ab. Obwohl ihm nicht gefallen konnte, wie sein Team im letzten Test bei Viktoria Köln trotz des Sieges einige Schnitzer im Defensivverhalten zeigte: „Wir hatten das erste Mal in der Vorbereitung dem Gegner Chancen ermöglicht. Das Spiel hätte auch anders als 2:0 für uns ausgehen können.“

Trotzdem sieht der Niederländer keine Notwendigkeit, in den Testspielen gegen Palermo und Belgrad defensivere Varianten zu testen: „Wir bleiben in unserem geplanten 4-3-3-System. Das hat aber gar nichts mit defensiv oder offensiv zu tun.“ Es ist das Schema, von dem sich Jos Luhukay die größtmögliche Flexibilität für die Bundesliga verspricht. Die Marschrichtung auf dem Platz hängt dann von den eingesetzten Profis ab.

Deshalb nennt der Trainer als größten Schwerpunkt für die Woche in Österreich die Suche nach den passenden Pärchen. „Es geht darum, welche Spieler nebeneinander spielen. Da wird es wichtig sein, dass wir die Balance finden und die Qualitäten unserer Jungs aufeinander abstimmen.“ Der Niederländer nimmt dabei niemanden aus und macht klar, dass das für das gesamte Team gilt: Im Zentrum, in der Abwehr, auf den Außenpositionen oder in der Spitze.

Diese Erkenntnisse erwartet sich Luhukay vom Trainingslager. Denn nach dieser Woche bleibt nur noch wenig Zeit in der Vorbereitung. „Wir wollen danach ein gutes Stück weiter sein, denn dann kommt schon der DFB-Pokal.“ Dort wartet am 4. August der Viertligist VfR Neumünster.