EM in Schweden

Bei den DFB-Frauen liegen die Nerven blank

Die Leistung wird schlechter, die Wortwahl drastischer.

„Wenn wir nicht bald den Arsch hoch kriegen, wird das kein gutes Turnier“, schimpfte Kapitän Nadine Angerer nach der ersten EM-Niederlage der deutschen Fußballerinnen seit 20 Jahren. Ihre Teamkollegin Annike Krahn war auch am Donnerstag noch sichtlich und hörbar angefressen wegen des 0:1 gegen Norwegen. „Auf Deutsch gesagt, scheiße“, sagte die Innenverteidigerin auf die Frage, wie sie das abschließende Vorrundenspiel der Mannschaft mit dem Abstand einer Nacht beurteile.

Auch am Morgen nach der historischen Pleite, der ersten bei einer EM seit dem 1:3 gegen Dänemark im Spiel um Platz drei im Juli 1993, fanden die DFB-Frauen kaum eine Erklärung für den besorgniserregenden Leistungsabfall vor den K.o.-Spielen. „Wir fragen uns natürlich auch, woran es liegt und sprechen darüber. Antworten fehlen aber zum Teil noch“, meinte Krahn und schaute lieber positiv nach vorn. „Jetzt kommt Italien, und wir wollen ins Halbfinale. Wenn wir unsere Leistung abrufen, müssen sie uns erst einmal schlagen.“