Kader

Hertha bietet Torhüter Kraft neuen Vertrag an

Klub will Leistungsträger und Talente länger binden

Wenn es ein Wort gibt, das zugleich Arbeitsmotto, Saisonziel und die Sehnsucht der Anhänger von Hertha BSC ausdrückt, dann ist das Kontinuität. Nach vier Ausnahmejahren mit zwei Abstiegen und zwei Aufstiegen möchte der Verein endlich wieder in ruhige Fahrwasser. Das ist vor allem in der Kaderplanung offensichtlich. Dort setzt der Klub auffällig häufig auf vorfristige Vertragsverlängerungen.

Jüngstes Beispiel dafür ist Keeper Thomas Kraft (24), der mit in die Zweite Liga gegangen ist, obwohl er Angebote bekam. Sein Vertrag in Berlin läuft noch bis 2015, trotzdem möchte ihn Manager Michael Preetz länger binden und benutzt Herthas Trendwort. „Wir streben Kontinuität auf dieser Schlüsselposition an und sind von Thomas absolut überzeugt. Deshalb wollen wir mit ihm verlängern“, sagte er im Kicker.

Hertha steckt in der Klemme, kann finanziell keine Sprünge machen und den Spielern auch sportlich nach zwei Abstiegen noch keine großen Perspektiven anbieten. Doch solche Angebote wie an Kraft sind Zeichen von Wertschätzung an Spieler und die Aussage, dass diese Profis zum Gerüst des Teams gehören.

Schon im April verlängerte Fabian Lustenberger (25) langfristig bis 2017. Neben der Planungssicherheit gibt es für die Spieler den Vorteil, dass die Verlängerung weit vor Ablauf des gültigen Vertrages mit einer sofortigen Gehaltserhöhung versüßt wird. Auch mit Angreifer Sandro Wagner (25) sollen nach einer konkreten Anfrage des FC Kopenhagen konkrete Gespräche über ein neues Arbeitspapier aufgenommen werden.

Auch beim Nachwuchs legt Hertha Wert auf Planungssicherheit und setzt dabei auf das Konzept von Ajax Amsterdam. Die Niederländer fordern Talente ein Jahr vor Vertragsende auf, den Kontrakt zu verlängern. Nico Schulz (22) ist der erste, der diese neue Linie zu spüren bekommt. Der Jungprofi zeigt in der Vorbereitung starke Leistungen auf der linken Außenbahn und hat signalisiert, in Berlin bleiben zu wollen. Die Unterschrift ist nur noch Formsache. Damit entgeht Hertha dem Risiko, dass andere Klubs die selbst ausgebildeten Spieler billig wegkaufen. Gleiches gilt für Verteidiger John Brooks (20), der im Juni bis 2017 verlängerte.

2:0 im Test bei Viktoria Köln

Fehlt nur noch auf der Manager-Position Kontinuität, wie auch Trainer Jos Luhukay feststellte, der selbst vor Kurzem einen neuen Vertrag bis 2016 unterschrieb: „Hertha sollte mit Michael Preetz bald verlängern, um Unruhe zu vermeiden. Wenn du als Klub Kontinuität ausgibst, musst du auf den wichtigen Positionen damit anfangen.“

Das Testspiel am Abend bei Viertligist Viktoria Köln gewannen die Berliner durch Tore von Adrian Ramos (Elfmeter, 21.) und Sandro Wagner (82.) mit 2:0.