Fußball

Zweite Liga: Sturmwarnung aus Köpenick

Unions Angriff ist für den Saisonstart bestens gerüstet

Wenn Tore wie reife Früchte fallen, wie beim Schützenfest des 1.FC Union am Dienstagabend beim brandenburgischen Achtligisten 1. FC Finowfurt, ist die Frage nach dem sportlichen Wert sicherlich gegeben. Erst recht fünf Tage vor dem Saisonstart. Doch auch ohne jenes 21:0 kann festgehalten werden: Unions Angriff ist für den Auftakt gegen Bochum am Sonntag (15.30 Uhr, Alte Försterei) bestens gerüstet.

Die Sturmwarnung aus Köpenick erging an die Liga in den beiden Testspielen gegen die schottischen Erstligisten Dundee United (4:1) und Celtic Glasgow (3:0). „Es haben alle vier Stürmer getroffen, die zum Einsatz gekommen sind“, freute sich Trainer Uwe Neuhaus über seine Abteilung Attacke in der schottischen Woche. Tatsächlich erzielten Adam Nemec, Simon Terodde (je 2), Steven Skrzybski und Sören Brandy allein sechs der sieben Tore gegen die Briten. „Ich weiß, das die Aufgabe damit für mich nicht leichter wird. Aber so ist es mir deutlich lieber als andersherum“, erklärte Neuhaus: „Wenn ich jetzt vier Stürmer hätte, die nicht getroffen hätten, hätte ich wahrscheinlich ein paar graue Haare und Sorgen mehr.“ So jedoch muss sich die Konkurrenz Gedanken machen.

Auch Kapitän Torsten Mattuschka lobte seine Teamkollegen: „Wir wissen, dass wir nach vorne eine richtig gute Qualität haben und uns jederzeit Chancen erarbeiten können. “ Und nicht nur erarbeiten, sondern auch nutzen. Wuchtig wie Nemec oder Terodde, listig wie Brandy oder eben Skrzybski. Sein Treffer gegen Dundee darf durchaus als Bewerbung gelten. „Das wäre schön. Jede Vorbereitung ist auch wieder ein Sprungbrett, sich für die Mannschaft zu bewerben“, sagte der 20-Jährige. Schon in der Vorsaison war er die Nummer drei hinter dem Duo Nemec/Terodde.

Nun muss er sich jedoch auch noch mit Zugang Brandy auseinandersetzen. Der Ex-Duisburger ist erst einmal froh, dass er gegen Celtic „mein erstes Tor für Union machen konnte. Dadurch habe ich auch noch mal ein Ausrufezeichen gesetzt. Letztlich ist ja doch alles sehr eng.“ Auch der Ex-Duisburger macht sich berechtigte Chancen, am Sonntag zur Startelf zu gehören: „Ich denke schon, dass ich mich gut akklimatisiert habe. Und der Trainer weiß auch, was er an mir hat. Wir haben im Moment vier Stürmer im Kader, die alle einen guten Job machen und in der Vorbereitung auch getroffen haben. Jetzt gilt es, die perfekte Konstellation zu finden.“ Doch er sagt auch: „Ich bin ja nicht hierher gekommen, um auf der Bank zu sitzen.“

Brasilianer Silvio ist außen vor

Dass die Konstellation Nemec/Terodde auch in der Saison 2013/14 die Nase vorn haben wird, darf jedoch bezweifelt werden. „Der Trainer hat ja schon gesagt, dass er einen Brecher haben will und einen, der drumherum wuselt“, erklärte Brandy. Soll heißen: Nemec oder Terodde, dazu Brandy oder Skrzybski.

Außen vor ist nur einer geblieben: Silvio. Der Brasilianer wird zwar immer mitgenannt, wenn es um die Stürmer geht. Doch Pluspunkte hat er in der Vorbereitungszeit nicht wirklich sammeln können. Auch weil er es nicht durfte. In beiden Duellen gegen die Schotten muste er auf der Bank schmoren. Wie die Morgenpost bereits berichtete, schließt Unions einziger „Torschütze des Monats“ einen Wechsel längst nicht mehr aus. So wird es bei Unions Sturmwarnung an die Zweite Liga eine einfache Rechnung geben: Zwei aus Vier.