Bundesliga

Nicht alle sagen Olé, wenn Alcantara zum FC Bayern kommt

Spint ausräumen. Mitspieler umarmen. Und weg. Adios, Barca! Servus, FC Bayern!

Am Montag fuhr Thiago Alcantara zum letzten Mal am Gelände des FC Barcelona vor und verabschiedete sich. Einen Tag zuvor hatte der deutsche Rekordmeister den Transfer perfekt gemacht, der 22-Jährige bindet sich mit einem Vertrag bis 2017 an den Triple-Sieger. Seine Freundin Julia Vigas ist mit Lionel Messis Partnerin Antonella befreundet. München bekommt ein neues Glamour-Paar.

Thiago Alcantaras neue Kollegen konnten zu Wochenbeginn in Ruhe überlegen, welche Auswirkungen seine Verpflichtung auf ihre Rolle in der Mannschaft haben könnte. Pep Guardiola hatte ihnen nach neun Tagen im Trainingslager und einem Wochenende voller Testspiele frei gegeben.

Mit Alcantara stehen nun elf Spieler bereit für maximal sieben Plätze im Mittelfeld, eher nur fünf. Das Mittelfeld der Bayern wirkt wie Touristen am Gate eines überbuchten Fluges. Alle haben ein Ticket, alle eine Berechtigung, dabei zu sein, und doch müssen einige draußen bleiben. Es wird aber auch klar, wie viele Optionen sich Guardiola nun bieten.

Der Trainer ändert beim FC Bayern mehr, als er mit seinen ersten Aussagen vermuten ließ. Erreichen die Bayern in allen Wettbewerben das Finale, absolvieren sie innerhalb der nächsten zehn Monate 53 Partien. Mit Testspielen und den Supercups sind es 60. Die Nationalspieler können gar auf 66 kommen. Auch deshalb sieht Guardiola eine solche Besetzung im Mittelfeld als unproblematisch. Er schwärmt, Alcantara könne fünf Positionen spielen. Und die mittlere ist nun mal die wichtigste Reihe im Fußball.

Alcantara kennt die Philosophie Guardiolas aus den gemeinsamen Jahren in Barcelona, hat beste Chancen, (fast) immer zu spielen. Die Bayernprofis versuchen, locker mit der enormen Konkurrenz umzugehen. Toni Kroos sagt: „In so einer Mannschaft mit so viel Qualität mussten schon in der vergangenen Saison sehr, sehr gute Spieler auf der Bank sitzen.“ Gute Fußballer seien willkommen. „Und unterbringen muss ihn ja der Trainer“, so Kroos über Alcantara.

Tatsächlich hieß es auch vor der vergangenen Saison: Bei den Bayern wird der Konkurrenzkampf für Unruhe sorgen. Und dann kamen die Verletzungen von Arjen Robben, Mario Gomez, Holger Badstuber. Einige schwierige Entscheidungen wurden Guardiolas Vorgänger Jupp Heynckes somit abgenommen. Zu Härtefällen kam es dennoch.

Die Konstellation im Bayernkader ist brisant. In einem Jahr beginnt die Weltmeisterschaft in Brasilien. Innenverteidiger Dante und Luiz Gustavo müssen sich für einen Platz in der „Selecao“ empfehlen. Wenngleich die Trainer den Begriff Stammplatz heute nicht mehr mögen: In der deutschen Elf sind Manuel Neuer, Kapitän Philipp Lahm, Bastian Schweinsteiger und Thomas Müller gesetzt, Toni Kroos und Jerome Boateng hingegen müssen sich starke Konkurrenz aufdrängen. „Es geht über gute Leistungen im Verein“, weiß Kroos.