Radsport

Kittel feiert den dritten Etappensieg bei der Tour

Wo Marcel Kittel ist, ist bei der 100. Tour de France vorne.

Der 25-jährige Thüringer feierte am Donnerstag seinen dritten Etappensieg bei der Jubiläums-Tour und fügte Ex-Weltmeister Mark Cavendish die nächste bittere Sprint-Niederlage zu. Sein deutscher Rivale André Greipel war im Finale diesmal nicht vertreten. Kittel sorgte damit nach seinem Erfolg in Saint Malo und dem Zeitfahrsieg von Tony Martin für einen bei der Tour bisher einmaligen deutschen Hattrick.

Allerdings hatte ein Massensturz 2000 Meter vor dem Ziel die Ordnung im Schlussspurt bei dieser Tour erneut durcheinandergebracht. Etwa 30 Fahrer waren darin verwickelt, Greipel war behindert worden und konnte in die Entscheidung nicht mehr eingreifen. Er wurde 33.

An dem überragenden Argos-Shimano-Kapitän führt in den Massensprints kein Weg vorbei. So auch in Tour: Kittel siegte hauchdünn vor Cavendish sowie Peter Sagan und machte damit den insgesamt fünften deutschen Tageserfolg bei dieser Frankreich-Rundfahrt perfekt. Genauso erfolgreich in der Addition waren zuletzt Erik Zabel und Jan Ullrich 1997. Die Gastgeber sind bei ihrer großen Feier noch immer ohne Sieg.

Zielfoto kommt an die Wand

Auf dem Siegerpodest strecke Kittel beide Arme überglücklich in den Himmel. „Das ist verrückt. Ich danke jedem einzelnen in meinem Team. Sie haben wieder super gearbeitet. Ich bin so glücklich“, sagte Kittel und ergänzte mit Blick auf das Zielfoto: „Ja, das war knapp. Ich werde es mir ausdrucken und an die Wand hängen. Morgen gibt es wieder eine Chance für mich. Es läuft.“

Der aktuelle Träger des Maillot Jaune hielt sich aus dem Gerangel der Sprinter-Elite elegant heraus und verteidigte seine Führung ohne großen Aufwand. Christopher Froome aus Großbritannien hat nach wie vor beruhigende 3:25 Minuten Vorsprung auf den Spanier Alejandro Valverde, der wie sein Landsmann Alberto Contador für Sonntag wilde Attacken auf den Spitzenreiter versprach. Der 20,8 Kilometer lange Schlussanstieg auf den legendären Mont Ventoux dürfte den Kletterspezialisten gute Aussichten dazu bieten.

Das Finish war – fast schon Tour-typisch – chaotisch. Die Veranstalter hatten auf den letzten 2000 Metern zwei 90-Grad-Rechtskurven in den Kurs zu integriert. Bei Tempo 70 war ein Sturz fast programmiert.