Basketball

Alba treibt großen Umbruch voran und holt Redding

Ein Neuer kommt und für einen anderen, der drei Jahre lang bei Alba Berlin unter Vertrag stand, ist die Tür jetzt endgültig zu.

Während der Basketball-Bundesligist Reggie Redding von den Walter Tigers Tübingen verpflichtete, wird Yassin Idbihi künftig für einen anderen Klub spielen. Hartnäckig halten sich Gerüchte, der Center würde bald einen Vertrag bei Bayern München unterschreiben. „Es gab keine Annäherung, Yassin ist uns nicht entgegengekommen“, sagt Albas Sportdirektor Mithat Demirel mit Blick auf die Vertragsgespräche, die sich über Monate hingezogen hatten. Finanziell konnte man sich nicht einigen, damit ist die Sache für den Klub erledigt.

Ganz anders sieht es mit dem US-Amerikaner Redding aus, der sowohl auf den Positionen eines Shooting Guards als auch eines Small Forwards spielen kann. Er unterzeichnete bei den Berlinern einen Zweijahres-Vertrag, über eventuelle Optionen wurde offiziell nichts mitgeteilt. Albas Trainer Sasa Obradovic ist voll des Lobes über den 24 Jahre alten und 1,96 Meter großen Profi. „Er hat in den vergangenen beiden Jahren in Deutschland bewiesen, dass er jetzt so weit ist, den nächsten Schritt zu machen.“

Demirel sieht bei Redding noch „viel Entwicklungspotenzial, er ist ja noch jung“. Der Trainer setzt vor allem auf die Vielseitigkeit des Neuen: „Er kann uns offensiv und defensiv auf mehreren Positionen helfen.“ Redding ist, laut Obradovic, „ein Teamplayer und hervorragender Athlet.“

Überragend in Tübingen

Man wird sehen, wie es Redding schaffen wird, besagten nächsten Schritt in Berlin zu gehen. In Tübingen, wo er in den beiden vergangenen Jahren spielte, war er jedenfalls Dreh- und Angelpunkt. Seine Statistiken waren vor allem im zweiten Jahr sehr überzeugend: Er war bester Tübinger Werfer (im Schnitt 14,0 Punkte), bester Rebounder (5,4) und auch bester Passgeber (4,1). Im Effektivitäts-Ranking, das alle statistischen Kategorien zu einem vergleichbaren Wert zusammenfasst, belegte Redding in der vergangenen Bundesligasaison Rang drei unter allen Profis.

„Ich bin sehr glücklich, dass Alba sich für mich entschieden hat und dass ich jetzt für ein Team antreten kann, das um die Meisterschaft spielt“, sagt Redding, der nach seiner College-Zeit erst ein Jahr auf Zypern (Meister und Pokalsieger mit Etha Engomi) aktiv war, bevor er nach Tübingen wechselte.

In Reggie Redding ist nun die erste Ausländerstelle bei Alba besetzt. Bislang hatten die Berliner andere Prioritäten gesetzt und sich erst einmal mit wettbewerbsfähigen deutschen Spielern eingedeckt. Bisher wurden verpflichtet: Ismet Akpinar, Bar Timor, Akeem Vargas, Jonas Wohlfarth-Bottermann und Alex King.

Definitiv nicht mehr bei Alba wird man Zach Morley (nach Bayreuth), Joey Ney (Ehingen), Dashaun Wood (Le Mans Sarthe/Frankreich) und Derrick Byars (Caciques de Humacao/Puerto Rico) sehen. Aber auch ein Verbleib von Deon Thompson und Nihad Djedovic scheint so gut wie ausgeschlossen zu sein. Alba Berlin steht also zur neuen Saison wieder ein großer Umbruch bevor.