Radsport

Neue Vorwürfe zu Dopingpraktiken bei Team Gerolsteiner

Mit seinem Doping-Geständnis hat Ex-Radprofi David Kopp dem Betrugsprozess gegen Stefan Schumacher womöglich die entscheidende Wende gegeben.

Kopp räumte vor dem Landgericht Stuttgart jahrelanges Doping ein. Während der Zeit beim inzwischen aufgelösten Radteam Gerolsteiner habe er Epo, Wachstumshormone, Testosteron, Synacthen und Cortison genommen, sagte Kopp. Damit erschütterte er die Zeugenaussage des langjährigen Teamchefs Hans Michael Holczer, der von den Dopingpraktiken nichts gewusst haben will. Über Dosierung und Anwendung der Mittel habe er mit den Teamärzten sprechen können. Für diese könnte es ungemütlich werden, die Doping-Schwerpunktstaatsanwaltschaft Freiburg ermittelt bereits wegen Verstößen gegen das Arzneimittelgesetz. „Die Mittel wurden nicht offensiv angeboten“, sagte Kopp (34), „aber man konnte sich bei den Ärzten über alles von Belang austauschen – verboten oder nicht verboten.“

Der zusätzlich zu Kopp als Zeuge geladene ehemalige Team-Arzt Mark Schmidt erschien nicht vor Gericht. Er entschuldigte sich per Fax mit der Begründung, er sei im Urlaub. Das Gericht verhängte daraufhin ein Ordnungsgeld in Höhe von 500 Euro.