Basketball

LeBron James ist eben doch der Größte

Miami sichert sich im siebten Finale den Titel in der NBA

Im weiß-roten Konfetti-Regen, der von der Decke der American Airlines Arena in Miami auf Basketball-Superstar LeBron James niederging, löste sich endlich alles auf. Die ganze Anspannung, der Druck der eigenen Erwartungen und vor allem all die Häme und Kritik, die er immer wieder hatte einstecken müssen. Der wohl beste Basketballspieler dieser Zeit hatte an diesem Abend nichts dem Zufall überlassen, er hatte brilliert und den Chor der Zweifler verstummen lassen. „Ich kann mich nicht darum kümmern, was andere Leute über mich sagen“, sagte er glückstrunken. „Ich bin LeBron James aus Akron, aus Ohio. Ich war gar nicht dafür bestimmt, hier zu sein.“

Zuvor hatte der 28-Jährige seine Miami Heat im siebten und entscheidenden Finalspiel der nordamerikanischen Profiliga NBA gegen die San Antonio Spurs zur Titelverteidigung und damit zum dritten Meistertitel geführt. Nach schwachem Start avancierte er mit 37 Punkten und zwölf Rebounds beim 95:88 zum herausragenden Mann der Partie. „LeBron ist der beste Spieler des Planeten“, twitterte Dirk Nowitzki, Deutschlands Superstar von den Dallas Mavericks, über den Mann, der mit der Trophäe für den wertvollsten Spieler (MVP) der Finalserie ausgezeichnet wurde.

Dabei wäre es beinahe gar nicht zu diesem Showdown gekommen. Nur 48 Stunden zuvor waren die Spurs dem Titel gefährlich nahe gekommen. Erst fünf Sekunden vor Schluss hatte Ray Allen Miami mit einem Verzweiflungswurf in die Verlängerung gerettet, in der das Team das entscheidende siebte Spiel erzwungen und San Antonio aus allen Titelträumen gerissen hatte.

Auch das siebte und letzte Duell blieb bis zum Ende spannend. Erst 23 Sekunden vor Schluss sorgte James schließlich mit zwei Freiwürfen zum 94:88 für die Entscheidung. Spurs-Trainer Gregg Popovic war trotz der Niederlage stolz. „Ich liebe unser Team. Niemand hat uns diese Leistung zugetraut. Miami war einfach besser.“ Eric Spoelstra, Miamis Trainer, gab das Lob zurück: „Ich ziehe den Hut vor den Spurs. San Antonio ist ein erstklassiges Team mit einer erstklassigen Organisation. Sie haben uns die am härtesten umkämpfte Serie geliefert, in der wir jemals gespielt haben.“

Beim Jubel nach Spielende stand ganz klar James im Mittelpunkt. „Er ist der Beste, stellt sich jeder Herausforderung und wächst daran“, schwärmte Spoelstra. James selbst gab sich gerührt und bescheiden. Direkt nach der Schlusssirene führte sein erster Weg zu Spurs-Center Tim Duncan, dem mit 24 Punkten besten Werfer der Texaner. 48 Sekunden vor Schluss hatte er jedoch beim 88:90 einen Korbleger zum Ausgleich vergeben. „Die Spurs haben uns wirklich bis an die Grenze getrieben“, sagte James, der seinem Spitznamen „Der Auserwählte“ mal wieder alle Ehre gemacht hatte. „Ich bin sprachlos. Wann immer ich mein Trikot anziehe, weiß ich, dass ich gesegnet bin. Meine Vision, die ich beim Wechsel nach Miami hatte, hat sich erfüllt. Den Titel zu verteidigen, ist ein unglaubliches Gefühl“, sagte er.

Seit diesem Wechsel vor drei Jahren von den Cleveland Cavaliers nach Miami polarisiert das einstige Wunderkind wie kein anderer. Vielen galt er als Verräter. Nach der 2:4-Finalniederlage gegen Nowitzki und die Mavericks 2010 musste James eine Menge Spott ertragen. Doch die Niederlagen motivierten ihn. „Ich arbeite ständig an meinem Spiel. Wenn es sich dann auf dem Platz in dieser Situation so auszahlt, ist das die ultimative Belohnung“, sagte er.

Vom Feiern konnte er dann auch gar nicht genug bekommen. Mit der goldglänzenden Larry-O‘Brien-Trophy, dem NBA-Pokal, unter dem Arm tanzte er im Champagnerregen, köpfte direkt die nächste Flasche und rief in die Kameras: „Darum geht‘s, nur darum geht‘s.“