Zweite Liga

Unions Neue machen Lust auf den Saisonauftakt gegen Bochum

Lange haben sie darauf warten müssen, nun hatten Götz Bender, Spielplanleiter der Deutschen Fußball Liga (DFL), und seine Computer doch ein Einsehen. Denn endlich darf der 1. FC Union mit einem Heimspiel in eine neue Zweitliga-Saison starten.

Am Wochenende des 20. Juli kommt der VfL Bochum in die Alte Försterei. Auch den Abschluss einer Spielzeit können die Köpenicker erstmals seit 2009 zu Hause feiern, 1860 München ist am 11. Mai 2014 zu Gast.

Der Spielplan, den die DFL gestern für 2013/14 veröffentlichte, stieß bei Union auf gemischte Gefühle. „Für unsere Fans freue ich mich natürlich. Die Saison mit einem Heimspiel zu beginnen und abzuschließen, das hat es für uns schon länger nicht mehr gegeben“, sagte Union-Trainer Uwe Neuhaus, um allerdings sogleich wieder auf die Euphoriebremse zu treten: „Es kann ein Vorteil sein, das erste Spiel zu Hause zu bestreiten, muss es aber nicht. Es liegt in erster Linie in unserer Hand, für einen guten Start zu sorgen.“ Ähnlich sah es Mannschaftskapitän Torsten Mattuschka: „Gegen Bochum wollen wir den Sieg im letzten Spiel der vergangenen Saison wiederholen. Dann kommt das erste Spiel auswärts in Bielefeld. Die sind Aufsteiger und werden vor eigenem Publikum alles raushauen. Was in Dresden abgeht wissen wir gut genug. Wir müssen weiter konzentriert arbeiten, dann liegt es an uns.“

Dausch und Kreilach überzeugen

Legt man das erste Testspiel am Donnerstag bei Regionalliga-Aufsteiger Viktoria 89 (7:1) zu Grunde, dann sind die Köpenicker auf einem guten Weg, dass sich ein Fehlstart wie vor einem Jahr (ein Punkt aus fünf Spielen) nicht wiederholt. Hoffnung machen dabei vor allem zwei der bislang vier Zugänge. Sicherlich dürfen die 90 Minuten gegen den Oberliga-Meister nicht überbewertet werden, dennoch deuteten Damir Kreilach und auch Martin Dausch an, dass sie dem Team weiterhelfen können.

„Es ist natürlich schön, gleich ein Tor für den neuen Klub zu schießen“, sagte Dausch. Der 27-Jährige, aus Aalen nach Berlin gewechselt, sprühte vor Spielfreude, legte auch den zweiten Union-Treffer für Simon Terodde auf und setzte auch vom Tempo her eine erste Duftmarke auf der linken Seite. Der Trainer lobte vor allem die „guten Kombinationen“ des Blondschopfs. Dausch nahm dies anerkennend zur Kenntnis, sagte aber auch: „Das Spiel gegen Viktoria kann natürlich kein Gradmesser sein.“

Dennoch mehren sich die Anzeichen, dass er noch eine längere Eingewöhnungsphase benötigt. „Wir hatten bis jetzt 13 Trainingseinheiten, deshalb habe ich schon schwere Beine“, sagte der Mittelfeldspieler. Und fügte einen Satz hinzu, der bezeichnend ist: „Ich fühle mich fast schon wie daheim.“ Dass seine Wohnung in Karlshorst nahezu fertig eingerichtet ist, hilft dabei.

Ganz so weit ist Kreilach noch nicht. Der Kroate wohnt immer noch im Hotel Müggelsee, steht in Sachen eigene Bleibe jedoch auch bereits kurz vor einer Entscheidung. „Union ist ein sehr großer Schritt in meiner Karriere“, sagte Kreilach. Um dies zu unterstreichen, würdigt er sogleich die „große Geschichte“ Unions und dessen „tolle Fans“. Sein Ziel ist es, „sehr schnell Teil der Mannschaft zu werden“. Gegen Viktoria ließ der defensive Mittelfeldspieler einige Male seine Fähigkeit aufblitzen, einen überlegten und genauen Pass auf die Außenbahn zu schlagen. Trainer Neuhaus lobte sogleich Kreilachs Übersicht und sein Geschick bei der Spielverlagerung. Für den 24-Jährigen ist es das erste Engagement fernab von Rijeka. Dort wurde er schon als lokaler Held gefeiert, Besuche in Restaurants oder Bars endeten beinahe immer mit Hände schütteln und Autogramme schreiben.

Nun stellt er sich dem Abenteuer Zweite Liga. „Hier ist der Fußball schneller und härter“, zieht Kreilach einen Vergleich mit seiner Heimat. Eine Herausforderung, die er unbedingt annehmen will: „Ich möchte hier ein Zeichen setzen.“

Dazu gehört auch das schnelle Erlernen der Sprache. Ab Montag wird er deshalb 20 Stunden pro Woche die Schulbank drücken. Das Eis ist jedenfalls schon gebrochen, nachdem er beim Trainingsauftakt die Union-Fans mit den Worten begrüßt hat: „Guten Tag, alles“