Hertha-Jugend

Herthas Zukunft übt schon mal Finale

Andreas Thom kämpft mit seiner U17 heute gegen Stuttgart um den Titel

Andreas Thom ist kein Mann der lauten Töne. Das war er schon als Sürmerstar beim BFC Dynamo, bei Bayer Leverkusen, Celtic Glasgow und schließlich Hertha BSC nicht. Und sie sind dem mittlerweile 47-Jährigen auch heute noch als Nachwuchstrainer bei den Berlinern fremd. Derzeit aber hat Herthas U17-Coach durchaus Grund für ein bisschen Überschwang.

Zum zweiten Mal hintereinander steht seine Mannschaft im Finale um die Deutsche Meisterschaft. Nachdem die B-Jugend der Blau-Weißen im vergangenen Jahr den VfB Stuttgart im Endspiel mit 2:0 bezwang, ist sie in diesem Jahr erneut ins Finale eingezogen (Sonnabend, 14 Uhr, Amateurstadion auf dem Olympiagelände). Wieder heißt der Gegner VfB Stuttgart. „Ich bin einfach nur stolz auf meine Spieler“, sagt Thom. Sein Team hat sich als Meister der Staffel Nord/Nordost für die Endrunde qualifiziert und im Halbfinale gegen den Staffelsieger West, Schalke 04, mit 1:0 und 2:2 durchgesetzt.

Mit dem VfB Stuttgart trifft Hertha am Sonnabend auf das derzeit wohl stärkste Team in dieser Altersklasse. Im Halbfinale schlugen die Schwaben Werder Bremen deutlich mit 7:1 und 4:0. „Das wird eine unglaublich schwere Partie“, sagt Thom. Umso mehr muss sich der Trainer erneut auf seinen Torwart Nils-Jonathan Körber verlassen. Schon die Schalker, die mit der Empfehlung von 110 Ligatoren in 26 Partien in das Halbfinale gingen, brachte der 16-Jährige mit tollen Paraden „zur Verzweiflung“, wie Thom sagt. Körber spielte derart auffällig, dass ihm nach der Partie auch Schalkes Nachwuchskoordinator gratulierte. Für ihn persönlich sei es eine tolle Erfahrung gewesen, vor knapp 1800 Zuschauern zu spielen. „Das hat man ja nicht so oft“, sagte Körber.

Aus Thoms Mannschaft ragt Körber deutlich heraus. Und wie es so ist im Fußballgeschäft, wird schon jetzt darüber spekuliert, ob er das Zeug dazu hätte, irgendwann die Nummer eins bei Herthas Profimannschaft zu werden. Dass es ein Nachwuchsspieler aus der U17 direkt zu den Profis schaffen kann, beweist der Fall Hany Mukhtar. Der heute 18-Jährige war Kapitän der U17, mit der Thom im vergangenen Jahr Deutscher Meister wurde.

Jos Luhukay, Cheftrainer der Profimannschaft, lud ihn daraufhin zum Training ein. Am 7. Spieltag der vergangenen Saison gab der Mittelfeldspieler sein Debüt in der Zweiten Liga. Insgesamt sieben Mal wurde er eingewechselt. Für die kommende Bundesligasaison ist er fest im Kader eingeplant.

„Das haben die Jungs aus der Mannschaft natürlich registriert. Sie sehen, dass man es bei Hertha aus der eigenen Jugend zu den Profis schaffen kann und das motiviert sie noch mehr“, sagt Thom. Dennoch warnt er davor, den steilen Aufstieg Hany Mukhtars einfach auf seine aktuellen Mannschaft zu übertragen. „In der Truppe sind schon einige gute Jungs dabei, die das Zeug dazu haben, es irgendwann zu den Profis zu schaffen, aber das ist noch ein langer und schwerer Weg.“