Steuerbetrug

Messi war noch minderjährig, als sein Vater mit Steuertricks begann

Weltfußballer Lionel Messi bekommt es mit der spanischen Staatsanwaltschaft und den Steuerbehörden zu tun.

Sie legen dem Torjäger des FC Barcelona sowie dessen Vater und Manager Jorge Horacio Messi Steuerbetrug zur Last. Die Argentinier sollen dem Fiskus von 2007 bis 2009 insgesamt 4,1 Millionen Euro Steuern vorenthalten haben. „Das Finanzamt nimmt Messi in Manndeckung“, titelte „Marca“ über die drohende Haftstrafe.

Laut der spanischen Nachrichtenagentur EFE hat Messi, dessen Jahressalär bei Barcelona auf 15 Millionen Euro taxiert wird, Teile seines Einkommens über Unternehmen in Belize und Uruguay abgewickelt. Es geht dabei um Lizenzgebühren für Bildrechte, die Messi an Scheinfirmen abgetreten haben soll, um die erzielten Erlöse am Finanzamt vorbeizuschleusen. Im Zentrum der Vorwürfe steht allerdings nicht Lionel Messi, sondern sein Vater Jorge. Die Staatsanwaltschaft wird in spanischen Medien zitiert, dass „die Initiative zum Steuerbetrug“ von ihm ausging. Bereits 2005, als sein Sohn noch minderjährig war, soll Jorge Messi Dritte mit der Schaffung einer ersten Scheinfirma zum Zweck der Steuerhinterziehung beauftragt haben.

Allerdings soll Messi junior mit Beginn seiner Volljährigkeit gewusst haben, dass für die Bildrechte in den Jahren 2007, 2008 und 2009 keinerlei Einkommenssteuern gezahlt wurden, das Vorgehen des Vaters soll der 25-Jährige zumindest geduldet haben. Messi unterliegt dem Spitzensteuersatz von 56 Prozent. „Das ist alles ein Irrtum. Ich kümmere mich gar nicht um diese Dinge. Ich habe mit Steuerexperten und meinen Anwälten gesprochen, die gerade dabei sind, alles zu klären“, sagte Jorge Messi der Zeitung „AS“. Auch sein Sohn wies die Vorwürfe zurück.

Die Finanzämter ließen jahrelang im Profi-Fußball eine gewisse Großzügigkeit walten. Die Politik reagiert abwartend auf die Vorwürfe, schließt aber einen Prominenten-Bonus aus. „Lasst uns Geduld haben, was die Untersuchung ergibt. Natürlich ist das Gesetz gleich für alle, auch für die Nummer eins. Aber es gilt die Unschuldsvermutung“, sagte Sportminister Jose Ignacio Wert.