Aufsteiger

Euphorische Lichtenberger träumen vom DFB-Pokal

Die ganze Atmosphäre einfach genießen – unter diesem Motto ist der SV Lichtenberg 47 als Aufsteiger in die Oberliga 2012/13 gestartet.

30 Spieltage später ist der Klub auf Rang sieben der Staffel Nord eingelaufen, weit weg von allen Abstiegssorgen. Und das i-Tüpfelchen steht der Mannschaft von Trainer Daniel Volbert erst noch bevor: das Endspiel um den Berliner Pokal morgen gegen den BFC Dynamo (19 Uhr, Jahn-Sportpark), verbunden mit der Aussicht, durch einen Erfolg in die erste Runde des DFB-Pokals 2013/14 einzuziehen und nebenbei auch noch mindestens 100.000 Euro an Prämie einzustreichen.

„Konkrete Gespräche mit dem Vorstand, was mit dem Geld passieren soll, gab es noch nicht. Aber wir haben sicherlich großen Nachholbedarf in unserer Jugendabteilung“, wüsste Volbert einen Verwendungszweck: „Doch das Finale muss ja erst mal gespielt werden.“

Für den Verein, der zu DDR-Zeiten achtmal Berliner Meister gewesen ist und zu den Gründungsmitgliedern der Oberliga, seinerzeit die höchste Spielklasse, zählte, ist der Finaleinzug der größte Erfolg seit der Wende. Und der Höhepunkt einer Entwicklung, die zuletzt stetig bergauf ging. „Wir haben seit zwei Jahren Riesenerfolg“, bringt es Nico Dörr, Abteilungsleiter Fußball bei Lichtenberg, auf den Punkt. Noch 2011 drohte der Klub als graue Maus in der Berlin-Liga zu versauern. Dann gelang es, ein bodenständiges Team zu formen.

„Unsere Spieler sind nicht so abgehoben und sagen: Ach, die Oberliga, das ist doch nichts“, erklärte Dörr. Die Chance, sich im DFB-Pokal bundesweit präsentieren zu können, beschreibt er als „sehr schön, aber nicht existenziell“. Wohl wissend, dass die zusätzliche Einnahme im sechsstelligen Bereich „die Arbeit nächste Saison vereinfachen“ würde.

Im Berliner Finale setzt Trainer Volbert auf die mannschaftliche Geschlossenheit, auch wenn der Ausfall von Mittelfeldspieler Kadir Erdil (Muskelfaserriss) schmerzhaft ist. „Doch wir haben es in der Saison immer geschafft, unsere Lücken zu schließen“, so Volbert. Der Coach ist sich der Unterstützung der Fans sicher: „Man spürt die Euphorie im Umfeld. Für viele ist es das wichtigste Spiel der neueren Vereinsgeschichte.“ Die Final-T-Shirts fanden auf dem Fest in der heimischen Arena Hans Zoschke vergangenen Sonnabend jedenfalls reißenden Absatz. Torwart Danny Kempter ist heiß auf das Finale. Die Kulisse – erwartet werden 5000 Zuschauer – „wird uns zusätzlich pushen“. Die Atmosphäre genießen – das hat in den vergangenen Monaten ja bereits gut funktioniert.