Hertha BSC

3000 Zuschauer bei Abschiedsspiel für verstorbenen Alex Alves

Für einen kurzen Augenblick war Alex Alves wieder da. Ein gelbes Trikot der brasilianischen Nationalmannschaft.

Die Nummer 7. Seine Nummer. Sein Name auf dem Rücken. Die Haare aber waren lang und blond, wehten im Wind. Alessandra, die 13 Jahre alte Tochter des am 14. November 2012 mit nur 37 Jahren an den Folgen einer schweren Knochenmarkserkrankung verstorbenen Alex Alves, stand auf dem Spielfeld. Symbolisch, nur ein paar Sekunden. Dann wechselte sie sich selbst wieder aus und weinte in den Armen ihrer Mutter – Alves‘ Ex-Frau Nadya Franca.

Das Abschiedsspiel für den ehemaligen Angreifer von Hertha BSC im Jahnsportpark begann emotional. Die Veranstalter hatten es initiiert, um den Brasilianer zu ehren, der zwischen 2000 und 2003 für die Berliner auf Torejagd gegangen war und 2008 die schwere Diagnose Leukämie erhalten hatte. Hertha selbst war an dem Spiel nicht beteiligt. Die Erlöse des Spiels sollen der Stiftung Egidius Braun des Deutschen Fußballbundes (DFB) zugunsten benachteiligter Kinder zukommen. Rund 3000 Zuschauer waren gekommen, um die Begegnung zwischen einem Alex-Alves-Memorial-Team, gespickt mit ehemaligen Hertha-Profis, und einer Allstar-Mannschaft des Karlsruher SC zu sehen. Beide Vereine verbindet eine lange Fanfreundschaft.

Den größten Applaus bekam Marko Pantelic. Der serbische Angreifer (heute Olympiakos Piräus), der zwar nie mit Alves zusammen gespielt hatte, aber einen ähnlichen Status als Paradiesvogel bei den Berlinern einnahm, war aus Griechenland eingeflogen. Zudem liefen die Ex-Herthaner Stefan Beinlich, Patrick Ebert (Real Valladolid), Dick van Burik, Sixten Veit und viele mehr für das Alves-Team auf. Der Brasilianer Ailton war ebenfalls gekommen – auch er ein schillernder Typ. Alle Spieler trugen das Trikot mit der Nummer sieben.

25 Tore in 85 Hertha-Spielen

Aufseiten des Karlsruher SC kickten der ehemalige Nationalspieler Jens Nowotny, Manfred Bender und Claus Reitmaier. Dass das Spiel am Ende 7:5 (3:1) für die Alves-Mannschaft ausging, war Nebensache. Jürgen Röber, mit dem Hertha als Trainer in der Saison 1999/2000 in der Champions League spielte, betreute das Alves-Team. „Alex war sicherlich nicht ganz so einfach“ erinnerte sich der heute 59-Jährige, „aber er war erstens ein überragender Fußballer und zweitens ein toller Mensch.“

Bekannt geworden war Alves durch sein spektakuläres Tor vom Anstoßpunkt am 30. September 2000 gegen den 1. FC Köln. Es wurde zum Tor des Jahres gewählt. Hertha verpflichtete ihn für 15,2 Millionen Mark aus Belo Horizonte. In 85 Bundesligaspielen für die Berliner erzielte er 25 Tore. Nach seiner Zeit bei Hertha aber stagnierte Alves’ Karriere. Nach mehreren Stationen in Brasilien beendete er seine Laufbahn 2008 bei dem griechischen Klub AO Kavala, als seine Krankheit bekannt wurde. Im November starb er in einem Krankenhaus im brasilianischen Ort Jaú. Um seine Tochter Alessandra zu unterstützen, hat Hertha BSC eine Ausbildungsversicherung für sie abgeschlossen.