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Guardiola formt die Bayern der Zukunft

Ribery verlängert Vertrag beim Triple-Sieger bis 2017, van Buyten bleibt bis 2014. Gomez verlässt die Münchner

– Für Pep Guardiola muss alles perfekt sein. Der FC Bayern lässt derzeit den Rasen des Trainingsplatzes an der Säbener Straße austauschen. Ende der Woche sollen die Arbeiten beendet sein, am 26. Juni wird der Spanier das erste Training beim Triple-Sieger leiten.

Die Saison mit dem Gewinn von Meisterschaft, Pokal und Champions League ist gerade einmal fünf Tage vorbei, und auf allen Ebenen laufen die Vorbereitungen für die neue Spielzeit, insbesondere die personellen. Donnerstagmittag gab der Klub den Abschluss der Verhandlungen mit Franck Ribery und Daniel van Buyten bekannt. Offensivstar Ribery (30) verlängerte seinen bis 2015 gültigen Vertrag bis zum 30. Juni 2017, der Kontrakt des Innenverteidigers van Buyten (35) endet in diesem Monat, der Belgier erhält einen Einjahresvertrag.

„Franck und Daniel haben in der zurückliegenden Saison Unglaubliches geleistet, auf sie war immer Verlass, und gerade in entscheidenden Spielen haben sie oftmals den Unterschied ausgemacht“, sagte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge. Die beiden seien Eckpfeiler der Mannschaft. „Ich bin glücklich“, so der Franzose Ribery. Er wolle für keinen anderen Klub mehr spielen und sei sicher, in den nächsten Jahren viele Titel mit der Mannschaft zu gewinnen. Sein Kumpel van Buyten betonte, dass es für einen Spieler derzeit keinen besseren Verein als den FC Bayern gebe.

Auch den Posten des U23-Trainers haben die Verantwortlichen besetzt: Als Nachfolger für Mehmet Scholl kommt der Niederländer Erik ten Hag nach München. Der 43 Jahre alte Ex-Profi arbeitete zuletzt in seiner Heimat beim Zweitligaklub Go Ahead Eagles Deventer, zuvor hatte er Fred Rutten beim PSV Eindhoven assistiert.

Mario Gomez (27) hingegen wird den Klub verlassen. Das bestätigte sein Berater Uli Ferber im Kicker: „Die Tendenz bei Mario geht ganz klar dahin, dass er sich vom FC Bayern trennen wird.“

Der Vertrag des Angreifers bei den Münchnern gilt bis 2016. Vor vier Jahren hatten sie rund 35 Millionen Ablöse für ihn an den VfB Stuttgart gezahlt, es war damals der kostspieligste Transfer der Bundesliga. Rummenigge erklärte, der Verein werde Gomez nicht um jeden Preis abgeben. „Wir haben gewisse Vorstellungen“, so der Klubchef. Im Gespräch ist offenbar eine Ablöse von rund 20 Millionen Euro. Mit einem geschätzten Gehalt von zehn Millionen Euro pro Jahr gehört Gomez zu den Topverdienern des Meisters. Geld, das die Bayern für mögliche Zugänge nutzen könnten.

Gomez war zuletzt meist nur Ersatzspieler, und die Konkurrenz im Sturm wird wohl größer werden: Robert Lewandowski (24) von Borussia Dortmund soll den Bayern bereits zugesagt haben, zudem wird der Uruguayer Luis Suarez (26) vom FC Liverpool gehandelt. Der Vertrag von Claudio Pizarro (34) endet im Sommer. Der Stürmermarkt ist derzeit dermaßen in Bewegung, dass sich für den Peruaner diverse Optionen auftun könnten. Für die Defensive soll Laurent Koscielny (27) vom FC Arsenal, Riberys Landsmann, ein Kandidat sein.

Gomez wirkte zuletzt in der Mannschaft nicht mehr glücklich und stand oft am Rand. Für den Nationalspieler wird es auch darum gehen, sich für Einsätze bei der Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien zu empfehlen. Zu den an ihm interessierten Klubs sollen der SSC Neapel, der AC Florenz, der FC Chelsea und Manchester City zählen. Wohl noch in dieser Woche werden er und sein Berater die Entscheidung verkünden.

Guardiola hat allein schon durch den Einkauf von Mario Götze in der Offensive zahlreiche Optionen. Deutschlands 21 Jahre alter Nationalspieler gilt als Wunschspieler des neuen Trainers.

Jose Mourinho, über den sich Guardiola in seiner Zeit beim FC Barcelona oft aufregte, sagt dem Spanier mit der Mannschaft um Götze eine glorreiche Zukunft voraus. Real Madrids ehemaliger Trainer, der im Sommer zum zweiten Mal den FC Chelsea übernimmt, sagte beim Abschiedsspiel von Michael Ballack in Leipzig: „Der FC Bayern hat eine fantastische Mannschaft. Ich wünsche Pep Guardiola nur das Beste.“