Fußball

Die B-Mannschaft im Hitze-Test von Florida

Bundestrainer Löw schätzt den heutigen Gegner Ecuador stärker ein als Brasilien

Drückende Hitze, ein unangenehmer Gegner und eine bunt zusammengewürfelte (DF)B-Auswahl: Bundestrainer Joachim Löw steht vor dem ersten Länderspiel der deutschen Fußball-Nationalmannschaft bei der USA-Reise in Florida gegen Ecuador vor einer echten Herausforderung und einem komplizierten Personal-Puzzle (20.30 Uhr MESZ/ARD).

„Das wird natürlich sehr schwer, weil wir eine völlig neue Konstellation und erst fünf, sechs Einheiten zusammen haben. Das ist wie bei einer neu zusammengestellten Vereinsmannschaft zum Start der Vorbereitung“, sagte der 53-Jährige vor der Partie gegen den Zehntplatzierten der Fifa-Weltrangliste, den er derzeit sogar stärker als WM-Gastgeber Brasilien einordnet. Die extremen klimatischen Bedingungen mit Temperaturen um 30 Grad und rund 85 Prozent Luftfeuchtigkeit machen die Aufgabe für das ersatzgeschwächte DFB-Team um 14.30 Uhr Ortszeit in Boca Raton nicht einfacher. „Wir werden mehr mit der Witterung zu kämpfen haben als Ecuador“, mutmaßte Julian Draxler.

Trotzdem will „Deutschland II“ vier Tage nach dem beeindruckenden Champions-League-Finale „auch mit den Länderspielen wieder Highlights setzen“, betonte Teammanager Oliver Bierhoff. Bei der Hitze sei es zwar schwierig, die gewohnte Philosophie zu praktizieren, „das heißt aber nicht, dass wir nicht schnell nach vorne spielen wollen. Auch wenn wir einige Dinge vielleicht nicht 100 Prozent umsetzen, wichtig ist, dass wir Willen und Leidenschaft zeigen.“

Laut Bierhoff könne die DFB-Elf im Fau-Stadium, in dem rund 10.000 Zuschauer erwartet werden, „nicht ständig anrennen. Da muss man auch mal den Ball halten und durchschnaufen.“

Angesichts der Umstände ist das zweite Duell gegen die robusten Südamerikaner für Torwart René Adler eine „große Herausforderung. Wir standen aber oft vor solchen Aufgaben, und wir werden sie auch diesmal bewältigen.“

Am Sonntag steht ein weiterer Test gegen die USA an. Bundestrainer Löw sagte: „Wir wollen die zwei Spiele erfolgreich gestalten. Das Ergebnis ist nicht alleine entscheidend. Wichtig ist mit Blick auf die kommende Saison, Erkenntnisse zu gewinnen. Wenn der ein oder andere Spieler auf dieser Reise den Sprung schafft, bin ich sehr zufrieden.“

Den Sprung traut er Angreifer Max Kruse (25) zu, der bei den bisherigen Einheiten einen starken Eindruck hinterließ. Da Routinier Miroslav Klose erst zum USA-Spiel anreist, steht der künftige Gladbacher gegen Ecuador vor seinem Debüt. Auch Neuling Philipp Wollscheid darf in der Innenverteidigung auf einen Einsatz von Beginn an hoffen, da Per Mertesacker nach einer langen Saison beim FC Arsenal in Miami schon zweimal mit dem Training pausierte.

Fakt ist, dass Löw eine Elf aufbieten wird, die in dieser Form nie mehr zusammenspielen wird. In dem 19-Mann-Kader stehen in Mertesacker, Benedikt Höwedes, Schürrle und Lukas Podolski, der voraussichtlich in seinem 109. Länderspiel Kapitän sein wird, nur vier Spieler, die zuletzt auch in den WM-Qualifikation regelmäßig spielten.