Fußball

Happyend für 1899: Hoffenheim bleibt in der Bundesliga

2:1 im Relegations-Rückspiel beim 1. FC Kaiserslautern

Nach der Erstürmung der Festung Betzenberg lagen sich die Profis der TSG 1899 Hoffenheim jubelnd in den Armen und feierten das Happyend einer Seuchensaison. Mit dem 2:1 (1:0) im Relegations-Rückspiel beim 1. FC Kaiserslautern machte der millionenschwere Klub am Montag den Verbleib in der Fußball-Bundesliga perfekt und stürzte die Pfälzer in tiefe Trauer.

„Wir waren sehr fokussiert und haben ganz wenig zugelassen. Wir waren über die zwei Spiele hinweg die bessere Mannschaft“, sagte Gisdol, der von den mitgereisten Fans frenetisch als Retter gefeiert wurde. Überglücklich war auch der Sportliche Leiter Alexander Rosen: „Ich bin einfach nur erleichtert. Die letzten acht Wochen waren unfassbar intensiv. Wir waren dreimal weg vom Fenster, auch heute war es kritisch, aber die Jungs haben immer weitergemacht.“

Auf der Gegenseite weinte FCK-Vorstandschef Stefan Kuntz bittere Tränen. Der Schock saß tief bei den Pfälzern, da waren die minutenlangen Ovationen der eigenen Lauterer Anhänger nach Schlusspfiff nur ein schwacher Trost. „Die Mannschaft hat ein tolles Spiel abgeliefert. Hoffenheim hat mit ganz wenigen Situationen das Spiel für sich entschieden. Ich bin stolz auf meine Mannschaft“, sagte FCK-Trainer Franco Foda und war beeindruckt vom eigenen Anhang: „Das macht Lust auf mehr. Das ist ganz großes Kino. Wir werden versuchen, in der nächsten Saison wieder aufzusteigen.“ Kuntz kündigte einen neuen Anlauf an: „Wir werden zwei, drei Tage brauchen, um das zu verpacken, um dann mit breiter Brust in die neue Saison gehen. Wir werden wiederkommen wie die Zecken.“

Vor 49.780 Fans im ausverkauften Fritz-Walter-Stadion erzielten David Abraham in der 44. Minute und Jannik Vestergaard (74.) die Tore für die Hoffenheimer, die bereits das Hinspiel mit 3:1 für sich entschieden hatten. Der zwischenzeitliche Ausgleich von Alexander Baumjohann (65.) mit einem direkt verwandelten Freistoß war für Kaiserslautern zu wenig, um den Traum von der sofortigen Rückkehr ins Oberhaus wahr werden zu lassen.

Salihovic verschießt Elfmeter

Gegen den Bundesligisten erwiesen sich die Pfälzer, die auch im achten Duell mit dem Südwest-Rivalen sieglos blieben, als zu harmlos. Zwar erarbeiteten sich die Pfälzer Feldvorteile, zu Chancen kamen sie jedoch kaum. Dennoch verwandelte sich der Betzenberg nach einer halben Stunde erstmals in ein Tollhaus, als FCK-Keeper Tobias Sippel einen Foulelfmeter von Sejad Salihovic in großem Stil parierte. Es war erst der dritte verschossene Strafstoß des Bosniers in seiner Bundesliga-Karriere. Sippel hatte zuvor Kevin Volland von den Beinen geholt und dafür Gelb gesehen.

Ansonsten beschränkten sich die Gäste auf Ballkontrolle im Mittelfeld und wagten sich nur sporadisch nach vorne. Wenn doch, brannte es lichterloh vor dem FCK-Tor. Nach einem Freistoß des schon in der 29. Minute für den früh verwarnten Stefan Thesker eingewechselten Sebastian Rudy bot sich erneut Salihovic die Chance zur Führung, doch Sippel parierte den Kopfball des Bosniers glänzend. Kurz vor der Pause durften die Gäste dann doch jubeln. Wieder kam Ex-Herthaner Salihovic zum Kopfball, den Sippel an die Latte lenkte. Den Abpraller drückte Innenverteidiger Abraham schließlich über die Linie.

Der Schock des Gegentores saß bei den Pfälzern tief. Hoffenheim kontrollierte das Geschehen nach dem Wechsel und hätte durch Volland auf 2:0 erhöhen können, doch erneut zeigte Torwart Sippel seine Klasse. Baumjohann sorgte noch einmal für Hoffnung, die Vestergaard eine Viertelstunde vor Schluss mit seinem Kopfball ins lange Eck endgültig zunichte machte.