Jugend

600 Teams kämpfen bei den School Finals um den Sieg

Streetball-Turnierserie startet heute im Eisstadion Neukölln

Mithat Demirel hat sie schon besucht. Auch Henning Harnisch, Demirels Vorgänger als Sportdirektor bei Alba Berlin und heute Vize-Präsident des Basketball-Bundesligisten, ist schon dort gewesen. Sogar Detlef Schrempf, erster deutscher Profi in der nordamerikanischen Profiliga NBA, und Superstar Kobe Bryant (Los Angeles Lakers) statteten den School Finals Berlin schon einen Besuch ab. Vier Namen, die belegen, welchen Stellenwert Deutschlands größte Streetball-Turnierserie für Schulen tatsächlich hat.

Zum 20. Mal ziehen die Korbjäger ab heute durch die Hauptstadt, in vier Vorrunden werden die Teilnehmer für das große Finale am 13. Juni ermittelt. Den Anfang macht traditionell das Turnier im Eisstadion Neukölln (9 Uhr). Es folgen die Vorrunden im Pankower Kissingen-Stadion (31. Mai), auf dem Walter-Felsenstein-Sportplatz in Marzahn (4. Juni) sowie im Horst-Dohm-Eisstadion in Wilmersdorf (7. Juni), wo am 13. Juni die School Finals, unterstützt von der Berliner Morgenpost, auch ihren Abschluss finden werden.

„Wenn mir vor 20 Jahren jemand gesagt hätte, dass sich die Serie so entwickeln würde, dann hätte ich nur den Kopf geschüttelt“, sagte Mathias Ramsauer. Dabei gingen die School Finals seinerzeit schon mit insgesamt rund 600 Mannschaften über die Bühne, die gleiche Zahl wird auch dieses Jahr erwartet. Doch zwei Jahrzehnte haben bewiesen, dass die Turnierserie, veranstaltet vom Streetball–Team der gemeinnützigen Gesellschaft für Sport und Jugendsozialarbeit sowie der Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung, den Status der Trendsportart längst verlassen hat.

Ramsauer, befragt nach dem Erfolgsrezept, macht eine einfache Gleichung auf: „Da es keine Schiedsrichter gibt, müssen sich die Schüler bei Konflikten mit sich selbst auseinander setzen. Im Laufe der Zeit haben sie gelernt, damit umzugehen. Das schafft eine angenehme, friedliche Atmosphäre.“ Das kommt im Feld der Zehn- bis 19-Jährigen – gespielt wird in fünf Altersklassen – gut an. Und sollte doch einmal der eine oder andere Hitzkopf über das Ziel hinausschießen, steht die operative Gruppe Jugendgewalt der Berliner Polizei bereit.

„Aber es ist nicht mehr das raue Spiel wie noch in der Anfangszeit“, erklärte Ramsauer, selbst Lehrer und früher sogar Rektor einer Gesamtschule: „Die Spielweise ist inzwischen so geraten, dass jeder damit umgehen kann.“ Auch die Tatsache, dass für die Schule gewonnen wird (Preis: Gemälde des Mauerkünstlers Thierry Noir), hat den School Finals ein Stück Lockerheit auf und neben den Courts verschafft, die kommerziellen Turnieren immer gefehlt haben.

Mellowpark stellt Halfpipe

Spaß haben und das Beste geben – so könnte man das Motto der School Finals in den vergangenen 20 Jahren beschreiben. Und damit jeder die Möglichkeit hat, auch an der Serie teilhaben zu können, wurden bereits im vergangenen Jahr die Anmeldemodalitäten geändert. Jedes Vorrundenturnier ist für bestimmte Bezirke angesetzt. Sollte wegen einer Klausur ein Team am festgelegten Termin nicht an den School Finals teilnehmen können, kann es sich bei einer der anderen Vorrunden anmelden. „Das hat sich auf jeden Fall bezahlt gemacht“, sagte Ramsauer zufrieden. So werden heute in Neukölln mehr als 120 Teams an den Start gehen, im Vorjahr waren es noch 108.

Für das Finale am 13. Juni hat man sich etwas Besonderes einfallen lassen. Der Mellowpark, Europas größter Skateboard und BMX-Park, wird mit seiner mobilen Halfpipe anrücken. BMX-Cracks werden dann ihr Können präsentieren. Das liegt im Trend, genau wie die School Finals.