Fußball

Wolfsburgs Frauen gewinnen die Champions League

Deutscher Meister besiegt Favorit Olympique Lyon 1:0

Die Frauen des VfL Wolfsburg haben ihr Titel-Tripel perfekt gemacht und eine Traumsaison mit dem ersten Champions-League-Sieg gekrönt. Gegen Titelverteidiger Olympique Lyon setzte sich der Deutsche Meister und Pokalsieger gestern Abend vor etwa 17.000 Zuschauern an der Londoner Stamford Bridge nach einer couragierten Leistung mit 1:0 (0:0) durch und trug sich als viertes deutsches Frauen-Team in die Siegerliste des wichtigsten europäischen Vereinswettbewerbs ein. Zuvor war dies dem 1. FFC Frankfurt (2002, 2006 und 2008), Turbine Potsdam (2005 und 2010) sowie dem FCR Duisburg (2009) gelungen. Den umjubelten Siegtreffer erzielte Martina Müller per Handelfmeter in der 74. Minute. Um 22.34 Uhr nahm Spielführerin Nadine Kessler den Pokal aus den Händen von Uefa-Präsident Michel Platini entgegen und reckte ihn stolz in die Höhe.

„Das ist ein Traum. Damit konnten wir nicht rechnen. Diese Mannschaft hat unglaublich viel erreicht, wofür wir als VfL Wolfsburg stehen wollen“, sagte VfL-Geschäftsführer Thomas Röttgermann. Auch Bundestrainerin Silvia Neid freute sich mit den Siegerinnen: „Der Champions-League-Sieg ist die Krönung einer bemerkenswerten Saison des VfL Wolfsburg. Wer es schafft, gegen eine Top-Mannschaft wie Lyon zu bestehen, verdient höchste Anerkennung.“ Bis kurz vor dem Spiel hatte VfL-Trainer Ralf Kellermann an seiner Aufstellung gefeilt. Dann konnte der Coach mit guten Nachrichten aufwarten. Die leicht verletzten Alexandra Popp und Zsanett Jakabfi waren fit für einen Starteinsatz. Auch Torfrau Alisa Vetterlein kehrte ins Team zurück und dankte es dem Coach mit mehreren guten Paraden.

Müllers Strafstoß entscheidet

Auch Fifa-Chef Joseph Blatter als Tribünengast staunte nicht schlecht über den Wolfsburger Schwung. Von Angst vorm großen Konkurrenten war nichts zu sehen. Schon nach vier Minuten strich ein Fallrückzieher von Nadine Kessler knapp an Lyons Tor vorbei. Auf Augenhöhe begegneten die Deutschen ihren Kontrahentinnen, gerade physisch hielten sie dagegen. Alexandra Popp (24.) und Müller (39.) hatten mit Distanzschüssen gute Chancen vor dem Seitenwechsel. Im eigenen Strafraum rettete einmal Ivonne Hartmann (26.) kurz vor der Torlinie. Vetterlein parierte gegen Lotta Schelin (14./32.) und Amandine Henry (27.), die zuvor schon bei einem Kopfball (12.) Pech gehabt hatte. Da Camille Abily eine große Chance (30.) ungenutzt ließ, ging es torlos in die Kabinen.

In der zweiten Halbzeit erhöhte Lyon den Druck. Wolfsburg verlegte sich aufs Kontern – es fehlte nur oft an Kraft und Präzision. Aber in der 67. Minute wäre Müller der Lyon-Abwehr fast entwischt. Torfrau Sarah Bouhaddi passte auf. Kurz darauf sprang Laura Georges der Ball an die Hand. Schiedsrichterin Teodora Albon gab Strafstoß, Müller ließ sich die Chance mit einem Schuss in die Tormitte nicht nehmen. Lyon rannte an – Wolfsburgs Abwehr stand aber sicher. Mit dem Schlusspfiff begann für Müller und Co. eine lange Party-Nacht.