Wasserball

Wasserfreunde stehen unter erheblichem Druck

Gegen Duisburg droht auch die Meisterschaft zu platzen

Nein, Euphorie sei nicht der treffende Ausdruck, sagt Arno Troost. „Ich würde es Freude nennen“, beschreibt der Trainer noch vorsichtig die Stimmung in seiner Wasserball-Mannschaft des ASC Duisburg. Dazu besteht Grund genug: Den DSV-Pokal haben die Westdeutschen dem Seriensieger Wasserfreunde Spandau zu Pfingsten schon abgejagt. Nach dem 7:8 (3:1, 1:2, 1:3, 2:2) im ersten Meisterschaftsfinale nach dem Modus „Best of five“ am Mittwoch in Duisburg droht dem 32-maligen Champion nun sogar der Verlust der wichtigsten nationalen Trophäe. Der Titelverteidiger steht Sonnabend (16 Uhr) und Sonntag (18 Uhr, jeweils Schwimmhalle Schöneberg) gehörig unter Druck.

„Die Mannschaft muss sich am Riemen reißen und sich auf ihre Stärken besinnen“, fordert Spandaus Präsident Hagen Stamm und setzt unverblümt hinzu: „Wir spielen schlecht und machen damit Duisburg eine Tür auf. Das ist selbstverschuldet.“ Diese Saison mit dem Verpassen des Champions-League-Viertelfinales und der Niederlage im Cup-Endspiel entspreche nicht den eigenen Ansprüchen. „Da ist gerade der Wurm drin. Das Spiel am Sonnabend ist der Knackpunkt. Wenn die Mannschaft so weitermacht, verliert sie auch die Meisterschaft.“

Deutliche Steigerung reichte nicht

So weit ist es noch nicht, beharrt Kapitän Marc Politze: „Ich bin immer noch überzeugt, dass wir den Titel holen.“ Schließlich haben die Wasserfreunde den ASC in den vergangenen sechs Spielzeiten jeweils im Finale niedergerungen. Nach wie vor ist auch der Heimvorteil aufseiten der Berliner, ein möglicherweise entscheidendes fünftes Spiel fände erneut in Schöneberg statt. Aber auch dem 35-Jährigen ist klar: „Es ist schwierig, nach zwei Niederlagen in Folge zu behaupten, dass wir eigentlich die bessere Mannschaft sind.“ Zwar habe sich sein Team im Vergleich zum 6:9 im Pokal drei Tage darauf deutlich gesteigert. Doch eine schnelle 3:0-Führung wurde nicht genutzt. „Wir waren zu hektisch“, kritisiert Politze.

Die Duisburger dagegen wirken in der entscheidenden Saisonphase fokussierter und sehr entschlossen, die Dominanz der scheinbar übermächtigen Berliner endlich zu durchbrechen. Auch wenn sie sich noch immer zurückhaltend geben. „Sicher ist jetzt erst mal, dass die Spandauer noch mal zu uns kommen müssen – das ist schon geil“, sagt Troost. Und das gewonnene Pokalfinale –„das lief wie geschnitten Brot“, formuliert es der ASC-Trainer. In jedem Fall ist an der Wedau ein gewachsenes Selbstbewusstsein zu spüren.

„Wir brauchen jetzt auch die Unterstützung unserer Zuschauer“, sagt Politze, „so wie es im ersten Spiel für die Duisburger war. Das war zwar nicht gerade angenehm für uns, aber es ist schon so, wie man sich das bei einem Finale vorstellt.“ Nach mancher einseitigen Endspielserie der Vergangenheit könne man eines immerhin seiner Mannschaft nicht vorwerfen: „Diesmal herrscht jedenfalls keine Langeweile.“