Kommentar

Verpasste Chance

Dietmar Wenck über die Strafe gegen Torsten Jansen

Es wird gezogen und gezerrt, was das Zeug hält. Die Torhüter müssen Würfe parieren, die in der Spitze über 120 km/h erreichen. Kreisläufer können nach einem Spiel ihre blauen Flecken nach Ellbogenstößen kaum mehr zählen. Aber das gehört dazu, und es wird in Grenzen akzeptiert. Handball ist kein Sport für Weicheier.

Was nicht akzeptiert werden darf, sind Tätlichkeiten, wie sie Torsten Jansen gegen Ivan Nincevic praktizierte. Deshalb ist nicht zu verstehen, dass die Liga den Kopfstoß des Hamburgers so milde bestrafte. Wenn der Katalog der Disziplinarkommission keine höhere Buße vorsieht, hätte sie den Fall ja an das Bundessportgericht weiterreichen können. Warum sah sie dafür keinen Grund?

Es wäre eine gute Gelegenheit gewesen, eine Grenze zu ziehen: bis hierhin und nicht weiter. Tätlichkeiten dieser Sorte haben in keinem Sport etwas verloren. Die Kommission hat vielleicht Weltmeister Jansen einen Gefallen getan. Dem Handball erweist sie einen Bärendienst.