Handball

„Das Füchse-Märchen geht weiter“

Handballer sind für Europa qualifiziert und liebäugeln mit der Königsklasse

Dieses Pfingstfest war so ganz nach dem Geschmack der Füchse. Die Berliner hatten am Wochenende spielfrei, nach intensiven Wochen genossen die Handball-Profis endlich mal ein paar entspannte Stunden mit ihren Familien. Und mitten hinein in die ausgelassene Feiertagsstimmung platzte die gute Nachricht von der sicheren Qualifikation für den EHF-Cup. Sozusagen vom Sofa aus haben die Füchse die Teilnahme am Europapokal für die kommende Saison jetzt schon sicher. Grund dafür ist der Triumph der Rhein-Neckar Löwen im EHF-Pokal, durch den der Bundesliga für die kommende Spielzeit sechs internationale Startplätze zur Verfügung stehen. Aus diesen können die Füchse nicht mehr herausfallen.

Bereits zum dritten Mal in Folge tritt die Mannschaft von Cheftrainer Dagur Sigurdsson nun bereits auf internationalem Parkett an. „Das Märchen Füchse Berlin geht weiter“, jubilierte Geschäftsführer Bob Hanning und zollte seiner Mannschaft ein großes Lob. „Sie hat wieder eine fantastische Saison gespielt.“ Hanning lächelt: „Jetzt kommt die ganz große Kür.“

Drei Spiele stehen in der Bundesliga noch aus, und die Füchse können sich wie schon in den Jahren zuvor den ganz großen Handball-Traum erfüllen: die Champions League. Die ersten drei Mannschaften der Liga qualifizieren sich direkt für die Königsklasse, der Vierte kann zudem auf eine Einladung durch die Europäische Handball Föderation (EHF) zu einem Qualifikationsturnier hoffen. Deshalb sagt Hanning: „Ganz klar, der vierte Platz ist jetzt unser Ziel.“

Dieser Rang kann heute schon gesichert werden, wenn die Berliner bei Verfolger HSV Hamburg antreten (20.15 Uhr, Sport 1). Es ist sozusagen das Endspiel um die Champions League. „Wenn wir gewinnen, haben wir den vierten Platz sicher und sind weiter ganz oben dran. Wenn wir verlieren, kann der HSV aus eigener Kraft auch nicht besser sein als wir“, erklärt Hanning die Ausgangslage vor dem Topspiel im Norden. Drei Punkte beträgt der Vorsprung der Berliner auf die Hamburger. „Wir können alles gewinnen und nichts verlieren“, frohlockt Hanning. Trainer Sigurdsson kann am Abend auf den gesamten Kader bauen.

Spitzenspiel beim HSV Hamburg

Allerdings haben die Hanseaten aus dem Hinspiel noch eine Rechnung offen, waren sie im Dezember von den Füchsen doch mit 27:37 aus der Halle gefegt worden. „Wir haben es nicht mehr in der eigenen Hand“, stellte HSV-Trainer Martin Schwalb fest, „wir müssen unsere Hausaufgaben machen und auf einen Ausrutscher der Füchse Berlin hoffen.“

Hanning, der einst den HSV zur Topmannschaft formte, ehe er 2005 das Projekt Füchse Berlin startete, weiß um die Stärke des Ex-Klubs. „Der HSV kann alles“, sagt er, „da können wir gewinnen, aber auch mit zehn Toren verlieren.“