Fußball

Nach Pokal-Pleite: Turbine-Coach will Finale nach Berlin holen

Als die neuen Pokalsiegerinnen aus Wolfsburg noch kräftig das Double feierten, sagte Bernd Schröder der neuen Nummer eins im deutschen Frauenfußball den Kampf an.

„Wir greifen wieder an“, erklärte der Trainer von Turbine Potsdam nach dem verlorenen Endspiel um den nationalen Cup vor 14.269 Zuschauern in Köln. Von einer Wachablösung wollte der 70 Jahre alte Trainerfuchs mit dem Hinweis auf die Erfolge des eigenen Teams (sechsmal Deutscher Meister, dreimal Pokalsieger, je einmal Uefa-Cup- und Champions-League-Sieger) noch nichts wissen.

„Die Enttäuschung ist sehr, sehr groß. Aber Wolfsburg hat es besser gemacht“, sagte Nationalspielerin Tabea Kemme: „Die erste Stunde haben wir total verschlafen. Wir haben unglücklich das 0:1 kurz vor der Pause gekriegt und dann auch noch schnell das 0:2 und 0:3 hinterher – das war schon ärgerlich.“

„In der zweite Halbzeit hat Potsdam den Kopf noch aus dem Sand gezogen, da wurde es richtig spannend“, beschrieb Bundestrainerin Silvia Neid die Beinahe-Wende. Zwar kämpfte sich Turbine in einer turbulenten zweiten Hälfte durch die Tore von Lisa Evans (60.) und Yuki Ogimi (62./Foulelfmeter) auf 2:3 heran – zu mehr reichte es aber nicht. „Wolfsburg war vielleicht ein bisschen besser. Aber hätte das Spiel zehn Minuten länger gedauert, wären wir in die Verlängerung gegangen“, sagte Schröder.

Für Turbine war es die dritte Niederlage bei der sechsten Finalteilname im DFB-Pokal. Und Schröder überraschte mit dem Vorschlag, das Endspiel wieder zurück nach Berlin zu geben. Bis vor fünf Jahren hatten die Damen das Vorspiel vor dem Männer-Endspiel bestritten, mit dem Wechsel nach Köln sollte vor allem die alleinige Aufmerksamkeit für die Frauen garantiert werden. „Mir persönlich wäre lieber, wir spielen in Zukunft das Pokalfinale wieder in Berlin“, sagte Schröder: „Dann haben wir ein Heimspiel und mehr Zuschauer.“

Turbine stellt jetzt schon die Weichen für die Zukunft: U19-Nationalspielerin Pauline Bremer (17) sowie die japanische Nationalspielerin Asano Nagasato (24) werden auch in der kommenden Saison in Potsdam spielen. Ihre Verträge wurden bis 2015 verlängert.