Sport

Auftakt zur neuen Golf-Bundesliga in Wannsee

Zwei Berliner Klubs spielen ab Sonntag um die Titel mit

Golf gehört ab 2016 wieder zum olympischen Programm. Um die „Vision Gold“ wahr werden zu lassen und die Vorgaben des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) für eine Förderung zu erfüllen, startet am 12. Mai die Deutsche Golf Liga: ein neues Wettkampfsystem zur Ermittlung des Deutschen Mannschaftsmeisters. In Berlin findet am Sonntag der erste Spieltag der neuen Liga im Golfclub Wannsee statt, mit der Wannseer Damen- und Herrenmannschaft und der Damen-Mannschaft aus Gatow. Zuschauer sind ausdrücklich willkommen.

Der Deutsche Golfverband (DGV) verspricht sich von dem neuen System einen leistungssteigernden Wettbewerb und eine Förderung der Jugend. „Wir betreten neue Wege und stärken die nationale Wettspielkultur sowie den Teamgedanken, was insbesondere auch der Nachwuchsförderung zu Gute kommt“, sagt Hans Joachim Nothelfer, Präsident des Deutschen Golf Verbandes. Titelsponsor der neuen Golf Liga ist der Pforzheimer Putter-Hersteller Kramski.

Gespielt wird an fünf Spieltagen statt wie bisher nur an einem Wochenende. In 1. und 2. Bundesliga, Regionalliga, Oberliga, Landesliga und Gruppenliga wird um Auf- und gegen Abstiege gekämpft. Die 1. Bundesliga ist in Nord und Süd aufgeteilt, die Gruppen bestehen aus je fünf Mannschaften, jedes Team hat ein Heimspiel und vier Auswärtsspiele. Ausgetragen werden jeweils acht Einzel und vier Vierer, bei den Damen sechs Einzel und drei Vierer. Die beiden Mannschaften auf Platz eins und zwei der 1. Liga Nord und Süd spielen dann im September auf der Winston-Golfanlage in Mecklenburg-Vorpommern um den Deutschen Mannschaftsmeistertitel im Final Four. Amtierender Mannschaftsmeister ist St-Leon-Rot mit seiner Damen - und Herrenmannschaft, die allerdings in der 1. Liga Süd spielen.

In der neuen Golf Liga finden sämtliche Spiele in allen Ligen an fünf genau festgelegten Sonntagen von Mai bis August statt. Am 12. Mai schlagen bundesweit an 92 Spielorten von der 1. Bundesliga bis zur Landesliga 460 Teams mit 3380 Spielerinnen und Spielern ab. Hinzu kommen Hunderte von Spielern in den von den Landesverbänden organisierten Regionengruppen-Ligen. „Diese Verzahnung zwischen der nationalen Spitze und dem Breitensport bedeutet, dass sich alle Sportler von der Bundesliga bis in die unteren Ligen in einem Wettkampf wiederfinden und somit auch leistungsmäßig vergleichen können“, sagt Marcus Neumann, Vorstand Sport des DGV. „Für die sportliche Vergleichbarkeit ist das neue System besser. Unser Ziel ist natürlich, sowohl mit den Damen wie auch den Herren in die Final Four zu kommen“, sagt der Spielführer von Wannsee, Sven Rademacher. Die in den Mannschaftsspielen erzielten Ergebnisse zählen auch für die Rangliste der Einzelspieler.

Finanzieller Aufwand steigt enorm

Für die teilnehmenden Golfclubs bedeutet das neue System einen deutlich größeren zeitlichen und vor allem finanziellen Aufwand. Denn für die Reisekosten der Spieler zu den Auswärtsspielen müssen die Klubs und somit deren Mitglieder aufkommen. „Golfclubs wie Wannsee und St-Leon Rot können leistungsstarke Mannschaften in allen Altersklassen stellen. Für viele andere wird es schwierig, genügend Spieler für eine Mannschaft zusammen zu bekommen“, sagt Roderich Wegener-Wenzel, Geschäftsführer vom Landesgolfverband Berlin-Brandenburg. Er rechnet damit, dass die Ausschreibungen nach den Erfahrungen der ersten Spielsaison in einigen Fällen angepasst werden. Neu in der Golf Liga ist auch, dass Pros mitspielen dürfen. Allerdings nur, wenn sie nicht älter als 25 und drei Jahre Mitglied in ihrem Club sind, was Topprofis wie Martin Kaymer ausschließt.

Deutsche Golf Liga, 1. Spieltag am 12. Mai ab 7 Uhr im Golf- und Landclub Wannsee, Golfweg 22, 14109 Berlin www.wannsee.de