Personalien

Moyes beerbt Ferguson bei Manchester United

Trainer-Legende geht nach 27 Jahren in den Ruhestand

Wenn er die Wahl hätte, würde er nach Deutschland wechseln, hatte David Moyes im Winter noch erzählt. „Die Mentalität der Leute dort ist meiner sehr ähnlich“, sagte der Trainer des FC Everton damals. Seinen Plan vom Umzug in die Bundesliga wird der 50-Jährige nun sicher gern aufschieben, stattdessen steigt er im Sommer zum Chef bei Manchester United auf. Das gab der Verein am Donnerstag offiziell bekannt.

Moyes wurde schon länger als Nachfolger für Sir Alex Ferguson (71) gehandelt. Der gab nun bekannt, dass seine 27. Saison die letzte auf der Trainerbank werden soll. Und er hat selbst empfohlen, sein Amt an seinen Landsmann zu übergeben. Moyes ist wie Ferguson Schotte, stammt aus Glasgow.

49 Titel hat Ferguson gewonnen. „Was Sir Alex Ferguson erreicht hat, ist außergewöhnlich“, twitterte sogar der britische Premierminister David Cameron. „Es ist eine riesige Aufgabe, auf Ferguson zu folgen. Ich vermute, nur Mourinho hätte die Überzeugung, hier durch die Tür zu spazieren“, sagte Englands Stürmerstar Michael Owen. Weil aber als sicher gilt, dass der Portugiese zwar aus Spanien auf die Insel zurückkehrt, dort aber auf der Trainerbank des FC Chelsea Platz nimmt, muss ein anderer her.

Wahrscheinlich wäre Weltenbummler Mourinho ohnehin nicht der Richtige. United suchte jemanden, der lange bleibt und für Stabilität sorgt – Moyes erhielt gleich einen Sechsjahresvertrag. Er, der es als Spieler nie in die oberste Liga schaffte, hatte seine Trainerkarriere in Preston/England begonnen. Mit dem dortigen Drittligaklub gelang ihm der Aufstieg und beinahe der Durchmarsch in die Premier League. Das erregte Aufsehen, er war bei West Ham United und Manchester City im Gespräch, wechselte 2002 aber zu Everton. Moyes führte den finanziell limitierten Klub sogar in die Champions League. Nun also das reiche Manchester United.

Gerichtsstreit mit Wayne Rooney

Er trifft dort auf einen alten Bekannten: Wayne Rooney. Vom Talent formte Moyes ihn zum besten Stürmer Englands, der schließlich dem Ruf aus Manchester folgte und dort zum Weltstar wurde. Dennoch waren Moyes und Rooney eine Weile nicht besonders gut aufeinander zu sprechen, weil der Spieler in seiner Biografie unschöne Dinge über den Trainer geschrieben hatte. Rooney lastete Moyes unter anderem an, er habe dafür gesorgt, dass Rooney Everton verlassen und zu United wechseln musste. Eine Lüge, sagte Moyes, und klagte sogar. „Kein Trainer will seine besten Spieler verlieren“, sagte der Moyes-Anwalt damals. Jetzt hat Moyes nun Gelegenheit, letzteres zu beweisen: Wenn er Rooney zu überzeugen versucht, in Manchester zu bleiben. Der denkt nämlich gerade über seinen Abschied nach.