Alba Berlin

Mit dem Rücken zur Wand

Trotz des Debakels in München glauben die Alba-Basketballer an ihre Chance im Titelkampf

Es war nicht wirklich zu erwarten, dass sich die Basketballer von Alba Berlin den Wunsch erfüllen würden, das erste Viertelfinalspiel bei Bayern München und damit das Heimrecht in der „Best of five“-Serie zu „stehlen“. Aber sie verfehlten auch um Längen das Minimalziel: eine Niederlage, aus der sich doch ein Hauch von Selbstbewusstsein ziehen ließe. Das Team von Sasa Obradovic war bei den Bayern chancenlos, wurde mit mehr als 20 Punkten Differenz (66:87) in den Flieger nach Hause verabschiedet. Es ist schon einiges an Fantasie nötig, sich vorzustellen, dass Alba am Mittwoch (19.30 Uhr, O2 World) die Serie mit einem Sieg zum 1:1 ausgleicht.

„Wir haben vor allem in der zweiten Halbzeit dem enormen physischen Druck nicht stand gehalten, dann kopflos und überhastet gespielt, und die Bayern sind ins Laufen gekommen“, erklärt Sportdirektor Mithat Demirel die unerwartet deutliche Niederlage. Das Gute aber am Play-off sei: „Schon am Mittwoch können wir es besser machen.“

Auch Obradovic geht davon aus, dass seine Mannschaft schnell aus dem Loch klettern kann, in das sie sich in München gebuddelt hat. „Das war das erste Spiel der Serie, und ich glaube, wir können noch mehrere Partien hier spielen“, sagt Albas Cheftrainer und ergänzt: „Das nächste Spiel ist ein komplett neues.“

Bedenkt man die Aufs und Abs, die Alba – teilweise wegen gravierender Verletzungen – die ganze Saison über durchschritten hat, ist es nicht unmöglich, dass die Mannschaft am Mittwoch „ein anderes Gesicht zeigt“, wie Yassin Idbihi nach der derben Niederlage am Sonntag versprochen hat. Er hat auch Recht, wenn er sagt: „Im Play-off ist es egal, ob du mit einem oder mit 20 Punkten verlierst oder gewinnst.“ Zudem erinnert Albas Center daran: „Wir haben die Bayern in unserer Halle schon zweimal geschlagen.“

Betrachtet man das Spiel in München allerdings zusammen mit den vorangegangenen Partien, der Heimniederlage gegen Trier und dem Zittersieg gegen Bayreuth, kommt man eher zu dem Schluss: Topform geht anders.

Unter Druck locker werden

Der Druck, der auf Alba am Mittwoch lasten wird, dürfte auch nicht gerade das ideale Psycho-Klima sein, um endlich mal wieder befreit aufzuspielen. Denn sollte auch Spiel zwei der Serie verloren gehen, müsste Alba die folgenden drei Spiele in Folge gewinnen, zwei davon auswärts – ein Szenario, von dem wohl auch die allergrößten Optimisten kaum zu träumen wagen. Kurzum: Alba steht mit dem Rücken an der Wand.

„Die Bayern sind psychologisch sicherlich in einer besseren Position“, sagt Nihad Djedovic, der in München mit 13 Punkten bester Werfer der Berliner war. „Aber im Play-off ist ein 1:0 nichts. Es scheint ein wenig schwer, weil wir in München so hoch verloren haben, aber wir wollen die Serie ausgleichen und mit einem 1:1 nach München fahren.“

Am Sonntag hatten Djedovic und seine Kollegen frei, am Montagvormittag wird ihnen die Pleite noch mal auszugsweise per Video präsentiert, abends wird voll trainiert. „Dann werden wir unsere Fehler korrigieren“, sagt Djedovic. „Vor allem in der Verteidigung, wir haben zu viele offene Dreier und Pässe zugelassen.“