Tennis

Haas erfüllt sich mit Sieg in München einen Traum

Tennisprofi klettert auf Position 13 der Weltrangliste

Seinen lang ersehnten Triumph in München genoss Tommy Haas zunächst im Liegen. Als der Altstar nach jahrelangem Warten endlich seinen ersten Turniersieg beim bayerischen Traditionsturnier perfekt gemacht hatte, ließ er sich am Sonntag unter dem Jubel von 4000 Anhängern kurz hinter dem Netz entkräftet in den Sand fallen. „Danke an die Fans. Ich kann’s kaum glauben, dass ich es nach einer so langen Karriere noch geschafft habe, hier zu gewinnen“, sagte der 35 Jahre alte Tennisprofi nach einer 6:3, 7:6 (7:3)-Gala im Endspiel gegen Titelverteidiger und Landsmann Philipp Kohlschreiber.

Es war die Krönung einer beeindruckenden Turnierwoche von Haas, der von Montag an auf Platz 13 der Weltrangliste notiert wird. Im fortgeschrittenen Profialter erfüllte er sich nach allen Höhen und Tiefen und etlichen Verletzungen noch mal „einen kleinen Traum“, wie er stolz anmerkte. Sein 14. Turniersieg auf der ATP-Tour war der erste in München, den er für einige Sekunden auch mit seinem zweijährigen Töchterchen Valentina im Arm feiern durfte.

Schon das Wetter hatte es gut gemeint. Bei knapp 20 Grad und Sonnenschein fühlte sich Haas sichtbar wohl – fast wie im heimischen Kalifornien, wo er mit seiner Verlobten Sara Foster und Tochter lebt. Beim Finale der BMW Open unterstützten ihn die beiden aus der ersten Reihe – und sahen Haas so spielstark wie in seinen besten Zeiten Mitte der 2000er Jahre. Er dominierte Kohlschreiber, obwohl der zweifache Turniersieger aus Augsburg ebenfalls auf hohem Niveau agierte. „Tommy hat hervorragend gespielt, fehlerlos – fast ein perfektes Match“, räumte Kohlschreiber fair.

In den entscheidenden Situationen war immer Haas einen Tick konzentrierter und schlagfertiger. Mitte des ersten Satzes ließ sich Kohlschreiber bei eigenem Aufschlag zu zwei vermeidbaren Fehlern verleiten, die Haas das erste Break bescherten. In seinem 26. ATP-Endspiel ergriff er die Chance – und schloss Durchgang eins mit einem Zu-Null-Spiel ab.

Kohlschreiber (29), der 2007 und 2012 in München gewonnen hatte, startete mit angeschlagenem Selbstvertrauen in den zweiten Satz, war nicht mehr so präzise und kassierte prompt das nächste Break. Selbst als Kohlschreiber im zweiten Durchgang mit Glück doch mal ein Break gelang, behielt Haas die Ruhe und sicherte sich im Tiebreak mit großer Klasse schon nach 82 Minuten den Sieg.