Fußball

Union schickt Regensburg in die Dritte Liga

Berliner erleichtert nach dem Ende ihrer Negativserie. Siegtor durch Mattuschka

Sie feierten ihre Mannschaft ausgiebig und lautstark. So als ob die Fans des 1. FC Union unbedingt zeigen wollten, dass sie gehörig Nachholbedarf hatten. Und die Spieler des Fußball-Zweitligisten nahmen die Ovationen dankend an, tanzten und sangen vor dem Block der Anhänger mit, erschöpft, aber zufrieden. Mit 1:0 (0:0) hatten die Köpenicker gegen Schlusslicht Jahn Regensburg gewonnen. Ein Sieg, der den Abstieg der Bayern am 31. Spieltag besiegelte.

Erleichterung – das ist wohl der Begriff, der den Gemütszustand aller Unioner am besten beschreibt. Erleichterung darüber, dass die Negativserie nach vier Spielen ohne Sieg beendet ist. „Wir sind sehr zufrieden, dass wir die drei Punkte haben“, sagte Torsten Mattuschka. Der Kapitän war es, der mit einem verwandelten Foulelfmeter in der 62. Minute die Partie entschied, mit seinem neunten Saisontreffer. Trainer Uwe Neuhaus war „sehr froh, dass wir gewonnen haben und dass jetzt ein klein wenig Ruhe einkehrt“.

Die vergangenen Wochen hatten Spuren hinterlassen. Davon konnten sich die 16.857 Zuschauer in der Alten Försterei gestern Abend überzeugen. Kaum Selbstvertrauen, wenig Bewegung, bloß keinen Fehler machen, das war die Devise. „Wir haben zu oft den Ball verloren und waren nicht gallig genug“, sagte Mattuschka. Die Spieler hatten mit sich selbst zu tun. Was zur Folge hatte, dass die Regensburger spielerisch mindestens ebenbürtig waren. Dennoch war Regensburg der richtige Gegner zum richtigen Zeitpunkt.

Fragwürdiger Elfmeterpfiff

Der Trainer hatte seine Startelf auf vier Positionen verändert. Michael Parensen kehrte nach seiner Gelb-Sperre ins defensive Mittelfeld zurück, statt Steven Skrzybski stürmte Simon Terodde, rechts außen ersetzte Björn Kopplin Marc Pfertzel, in der Innenverteidigung übernahm Christian Stuff den Platz von Roberto Puncec. Dass Stuff mit einem verlorenen Kopfballduell gleich die erste Chance der Regensburger einleitete, passte in die Reihe der Negativerlebnisse der vergangenen Wochen. Kopplin konnte den Kopfball von Francky Sembolo auf der Linie klären (3.). Nach 37 Minuten vergab der Kongolese nach einem Konter die größte Chance für die Gäste. „Keine Mannschaft in dieser Liga ist nur Fallobst“, sagte Mattuschka.

Auf Seiten der Unioner war es vor allem Terodde, der sich von Beginn an mit aller Macht gegen die Negativserie stemmte. Der Angreifer schoss, wann immer sich ihm eine Gelegenheit bot. Doch keiner seiner sechs Versuche fand den Weg ins Tor. Es passte zur Situation, dass ein fragwürdiger Foulelfmeter die Entscheidung brachte. Baris Özbek war in den Jahn-Strafraum gestürmt und fiel nach einem Zweikampf mit Tim Erfen – für Schiedsrichter Harm Osmers (Hannover) Grund genug, auf den ominösen Punkt zu zeigen. „Den muss man vielleicht nicht geben“, meinte Mattuschka. In jener 62. Minute war ihm das egal. Mit Wucht hämmerte er den Ball neben den rechten Pfosten ins Netz. Torhüter Timo Ochs war in der richtigen Ecke, doch der Ball war zu scharf und platziert geschossen, 1:0.

„Wenn man gewinnen will, muss man Tore schießen“, kommentierte Regensburgs Trainer Franz Smuda die Partie, die die Mission des Polen vom Klassenerhalt beendete. Die größte Chance zum Ausgleich für die Bayern hatte der eingewechselte Carlinhos, der es mit einem Gewaltschuss aus 18 Metern versuchte, das Tor jedoch verfehlte. Union brachte der Treffer nur bedingt mehr Sicherheit, spielerisch wie läuferisch blieben die Neuhaus-Schützlinge hinter den Erwartungen.

„Es war ein dreckiges 1:0, aber das ist uns egal“, sagte Mattuschka: „Vielleicht musste so ein Elfmeter auch mal her. Wir haben uns das Glück erarbeitet.“ Den Fans war die Art des Sieges ebenfalls egal. Sie waren nur froh, dass überhaupt mal wieder gewonnen wurde. Und erleichtert, genau wie die Mannschaft.