Formel 1

Vettel freut sich auf Barcelona und die Champions League

Der ehemalige Bundeskanzler Konrad Adenauer hat einmal sinngemäß gesagt: „Was interessiert mich mein Geschwätz von gestern“.

Worte, die sich Formel-1-Boss Bernie Ecclestone wohl gemerkt hat. Der 82-Jährige, vor einigen Tagen noch angesichts der politischen Probleme in Bahrain zitiert mit „Wenn ich das alles schon im September gewusst hätte, hätten wir das Rennen absagen können“, plant jetzt eine Vertragsverlängerung mit dem Wüstenstaat („Sie haben einen guten Job gemacht“) bis 2021. Dazu die englische Zeitung The Guardian: „Man brauchte einen Tunnelblick mit Filter, um den Bahrain Grand Prix am Sonntag zu sehen – um das eigentliche Ereignis von dem absurden Zirkus zu trennen, das es umgab – mit Politikern, PR-Leuten, königlicher Familie, Polizei, Sicherheitskräften und Aktivisten, alle bemüht in eigener Sache.“

Abseits der Politik dominierte Sebastian Vettel. Mit einer Perfektion die selbst in Spanien, der Heimat von Vettels vermeintlich gefährlichsten Konkurrenten Fernando Alonso (Ferrari), jede Menge Respekt abnötigt. „Ein Defekt am Heckflügel des Ferrari von Alonso macht den Weg frei für den Meister aus Deutschland, der mit einem bis zum Ende anhaltenden teuflischen Rhythmus die Lotus-Piloten Räikkonen und Grosjean auf die Plätze verweist“, fasste El Pais zusammen. Dem ist nach dem Auftritt des 25 Jahre alten Red-Bull-Stars nichts hinzuzufügen.

Am 12. Mai gastiert der Formel-1-Zirkus in Barcelona. Für Sebastian Vettel in zweierlei Hinsicht interessant. „Was Ferrari angeht, müssen sie sich auf keinen Fall verstecken. Mit Sicherheit brauchen wir nicht darüber reden, sie abzuschreiben“, beschrieb Vettel die sportliche Komponente, vor allem im Hinblick auf Lokalmatador Alonso. Dazu kam noch ein wenig die gefühlige. „Mal sehen, wie uns die Spanier nach den ersten Spielen empfangen werden“, meinte der Blondschof spitzbübisch, diesmal die Champions-League-Halbfinals zwischen Bayern München und dem FC Barcelona sowie Borussia Dortmund und Real Madrid im Blick. Gedankliche Abschweifungen dieser Art sind für die Red-Bull-Konkurrenten purer Luxus. Ferrari fehlt es an Konstanz. Lotus an Leistung. Der Mercedes frisst die Reifen. Und McLaren fehlt es an allem.