Basketball

Albas Kampfgeist erwacht zu spät

Berliner Basketballer verlieren in Bamberg 80:89. Tabellenplatz vier außer Reichweite

DaShaun Wood hatte vorher ein klares Statement abgegeben. „Das Spiel wird zeigen, wo wir vor dem Play-off stehen“, so der Spielmacher von Alba Berlin vor der Partie beim Meister Brose Baskets Bamberg. Mit Blick vor allem auf die erste Hälfte beim 80:89 (36:52) gegen die Franken muss konstatiert werden: In der Form ist Alba noch nicht bereit für die entscheidende Saisonphase. Zwar steigerte sich die Mannschaft von Trainer Sasa Obradovic nach dem Wechsel, gewann auch die Viertel drei und vier, aber es gelang wieder einmal nicht, über die gesamte Spielzeit mit maximaler Intensität zu spielen. „Für mich ist es völlig unerklärlich, wie wir in das Spiel gegangen sind“, meinte Alba-Geschäftsführer Marco Baldi enttäuscht. „Wir waren zögerlich und haben Bamberg damit aufgebaut.“

Während die Franken jetzt als Sieger der Punkterunde ebenso feststehen wie Oldenburg als Zweiter und Ulm als Dritter, können die Berliner nach ihrer 13. Niederlage bestenfalls als Fünfter, also ohne Heimvorteil im Viertelfinale, ins Play-off gehen. Die Hoffnung auf einen Ausrutscher von Bayern München bei Abstiegskandidat Ludwigsburg erfüllte sich nicht. Das Team von Trainer Svetislav Pesic gewann 74:68 und hat Rang vier sicher.

Wood war mit 16 Punkten bester Werfer bei den Berlinern, Deon Thompson gelangen 15 Zähler, Je’Kel Foster 12. Das Team von Obradovic wurde anfangs von Bamberg förmlich überrannt. Ehe die Berliner richtig im Spiel waren, hieß es schon 6:18 (5. Minute). Vor allem aus der Distanz traf der Meister mit traumwandlerischer Sicherheit: drei Versuche von jenseits der Drei-Punkte-Linie, drei Treffer. Obradovic war entsprechend sauer. Denn seiner Mannschaft war es weder gelungen, ein geordnetes Spiel aufzubauen, noch spielte Alba in der Abwehr richtig konsequent.

Bis zu 18 Zähler Rückstand

Dass sich beispielsweise ein Routinier wie der französische National-Center Ali Traoré (10) vom starken 21-jährigen Bamberger Philipp Neumann (19 Punkte) mehrere Male verladen ließ, dürfte ihm auch nicht gefallen haben.

Im zweiten Viertel wurde es erst einmal nicht besser: Bis auf 18 Punkte Differenz (15:33) wuchs der Berliner Rückstand. Dennoch kamen die Berliner langsam ein wenig besser zurecht, pirschten sich langsam heran. Eine Minute vor der Halbzeit waren sie auf zehn Zähler (36:46) dran. Doch dann kam der große Auftritt von Bambergs Anton Gavel, Topscorer mit 21 Zählern. Der gebürtige Slowake, seit Januar deutscher Staatsbürger, traf mit zwei Dreiern hintereinander, es waren seine Treffer vier und fünf aus der Distanz.

36:52 nach 20 Minuten. Drei Tage zuvor, beim 76:55 gegen Bonn, hatte Alba gerade einmal 55 Punkte des Gegners im ganzen Spiel zugelassen. Das sagt alles über die Abwehrleistung der Berliner vor 6800 Zuschauern in der ausverkauften Stechert-Arena. Was sich ändern müsse, wurde Alba-Center Yassin Idbihi in der Pause gefragt. Die Antwort war entsprechend: „Verteidigung, Verteidigung, Verteidigung…“

Das beherzigte Alba nach dem Wechsel auch. „Man sieht, was man erreichen kann, wenn man sich reinbeißt“, so Baldi. Der Lohn: Nach 25 Minuten war man auf 48:55 herangekommen. Doch der Lauf wurde jäh gestoppt. Erst kassierte Sven Schultze ein Foul und bekam dazu ein Technisches Foul aufgebrummt, weil er abfällige Gesten gegenüber Bambergs Geschäftsführer Wolfgang Heyder gemacht hatte. Es folgte eine 0:9-Serie – und Alba war wieder hoch in Rückstand (48:64/28.).

Die Berliner kämpften zwar, kamen auch einige Male bis auf neun Punkte heran, aber Bamberg wusste immer zum richtigen Zeitpunkt die richtige Antwort. So beim 63:72 (32.), als der ehemalige Alba-Spieler Casey Jacobsen (14) mit einem Dreier die aufkeimenden Hoffnungen gleich wieder erstickte. Der Bamberger Sieg geriet nicht mehr in Gefahr.

Alba hatte zu spät den Hebel umgelegt. „So oft hatten wird das schon. Irgendwann muss die Lektion doch mal sitzen“, meinte Baldi frustriert.