Motorsport

Fahren wie der Weltmeister für nur 25 Euro

ADAC bietet ab heute in Spremberg Motocross-Kurse

Die Bilanz kann sich sehen lassen. Deutsche Motorrad-Rennfahrer haben in den letzten zwei Jahren vier Weltmeistertitel gewonnen, drei im Einzel und einen im Team. 2011 erkämpften sich Motocross-Pilot Ken Roczen (Mattstedt) und Straßenprofi Stefan Bradl (23, Zahling) die Krone. 2012 wiederholte der heute 18-jährige Roczen das Kunststück mit seinen Mannschaftskollegen Thomas Schiffer und Max Nagel, Sandro Cortese (23, Berkheim) trat in die Fußstapfen von Bradl. Grund genug für den ADAC, den sportlichen Aufwärtstrend und die damit verbundene Steigerung der öffentlichen Wahrnehmung im Schatten von Formel-1-Star Sebastian Vettel ins Kalkül zu ziehen.

Ab sofort bieten der Klub und der österreichische Motorrad-Hersteller KTM Mädchen und Jungen zwischen 6 und 14 Jahren die Möglichkeit, ihr Talent für den Motorsport zunächst im Gelände zu testen. Für den Nachwuchs aus Berlin und Brandenburg ist die Stadt Spremberg im Südosten Brandenburgs ab heute der Anlaufpunkt. Die komplette Schutzkleidung, zehn Motorräder und diverse BMX-Räder (zum Eingewöhnen) stellen Automobilclub und KTM zur Verfügung. Die Schnupperkurse, die unter anderem von der zweimaligen Enduro-Europameisterin Heike Petrick auf der Strecke am Windmühlenberg durchgeführt werden, kosten 25 Euro je Teilnehmer. Die Anmeldung ist ab sofort online möglich unter www.adac-mx-academy. Dabei wird jeder „Testfahrer“ am Ende seine Runden auch auf einem Motorrad gedreht haben.

Hoffen auf neue Champions

„Der Motorsport bietet den Kindern und Jugendlichen gleich mehrere Vorteile. Sie können sich mit Technik vertraut machen, lernen Körperbeherrschung und gleichzeitig Fairness. Und sie werden durch die Übung speziell im Gelände auch sicherer im Alltagsverkehr“, sieht ADAC-Sportpräsident Hermann Tomczyk zunächst positive Elemente abseits des reinen Renngeschehens. Doch der 62-Jährige erhofft sich auch fahrerischen Nachwuchs für den Spitzensport. „Ich weiß, dass Sandro Cortese seinen Weg in den Rennsport auf einem Cross-Motorrad begonnen hat, Bradl hält sich im Gelände fit und bei Ken Roczen sieht man den Idealfall. Natürlich wollen wir mit der Initiative auch Spitzensportler hervorbringen“, so Tomczyk.

Spitzensport gibt es pünktlich zum Start der Schnupperkurse in der Region gleich an drei aufeinanderfolgenden Wochenenden. Am Sonntag (14. April) geht es in Hänchen (bei Kolkwitz) um den ersten Lauf zur Berlin-Brandenburgischen Meisterschaft im Motocross. Eine Woche später (20./21. April) gastiert die Internationale Deutsche Motorrad-Meisterschaft (IDM) mit diversen WM-Startern in der Superbike- und der Seitenwagen-Klasse auf dem Lausitzring. Und am 27. und 28. April ist Fürstlich-Drehna das Ziel der besten deutschen Motocross-Fahrer zum Auftakt des ADAC Masters.

Für den ehemaligen Formel-1-Piloten und Sportwagen-Weltmeister Hans-Joachim Stuck (63) ist die ADAC-Initiative „ein Schritt in die richtige Richtung“. Der Präsident des Deutschen Motorsport Bundes (DMSB) hofft, dass sich eine gesunde Mischung aus Hochleistungs- und Breitensport herauskristallisieren wird. „Wir können natürlich nicht auf lauter Bradls und Roczens oder auch auf lauter Schumachers und Vettels spekulieren. Aber klar ist doch, je größer die Auswahl desto größer die Chance auf Top-Leute. Ich bin aber sicher, dass jeder, der mitmacht, eine Menge Spaß haben kann. Und wer sich im Gelände austoben kann, der muss es nicht auf der Straße tun.“

Das gewachsene Motocross-Interesse in der Region spiegelt sich auch in zwei weiteren Tatsachen wieder. Zur „Night of the Jumps“, bei der sich die Weltelite der Cross-Artisten in der O2 World eingefunden hatte, kamen 20.000 Zuschauer. Und der Große Preis von Deutschland, WM-Lauf der Motocrosser, wird vom 26. bis 28. Juli auf dem Lausitzring ausgetragen.