Handball

Heuberger wirft seinen Kritikern Respektlosigkeit vor

Ein kräftiger Schluck Kaffee, eine kurze Analyse, dann holte Handball-Bundestrainer Martin Heuberger zum verbalen Rundumschlag aus.

„Ich fand es respektlos, wie man mit uns umging. Als ich am Freitag die Zeitung aufgeschlagen hatte, war ich völlig erschrocken“, sagte der 48-Jährige nach dem wichtigen Erfolg in der EM-Qualifikation gegen Tschechien (28:23) am Sonntag.

Trotz der Erleichterung nach dem Pflichtsieg und der Hoffnung auf die EM 2014 in Dänemark: Heuberger war der Ärger über die Negativ-Schlagzeilen nach der Hinspiel-Niederlage in Brünn (22:24) drei Tage zuvor deutlich anzumerken. „Wir haben eine sehr gute WM gespielt. Dann verliert man einmal gegen eine sehr gute tschechische Mannschaft, und alles ist wieder schlecht.“

Die geglückte Revanche war plötzlich vergessen, Heuberger machte seinem Unmut Luft. Und er setzte seine Attacken auf die zuletzt wieder lauter gewordenen Kritiker fort. „So helfen wir dieser jungen Mannschaft nicht weiter. Sie muss einfach eine gewisse Unterstützung haben. Ich habe immer gesagt, dass die Mannschaft Zeit braucht. Wir befinden uns im Umbruch und können der Mannschaft nur helfen, wenn wir ihr Selbstvertrauen geben“, erklärte Heuberger. Da müsse man in der Öffentlichkeit auch mal ein schlechteres Spiel akzeptieren. In der Gruppe 2 der EM-Qualifikation ist noch alles möglich. Nach dem Sieg über Tschechien hat die deutsche Auswahl sogar den Gruppensieg wieder vor Augen.