Wettschulden

Buschmann darf nicht als Herthinho kommentieren

Fernsehsender Sport1 und Hertha sind gegen die Aktion

– Es sollte nicht nur eine Lachnummer werden. Frank Buschmann wollte auch seine Wettschulden einlösen, indem der bekannte Sportkommentator das Spitzenspiel der zweiten Fußball-Bundesliga am heutigen Montag zwischen dem Tabellenersten Hertha BSC und dem -zweiten Eintracht Braunschweig im Kostüm von Herthinho, dem Maskottchen der Berliner, für Sport1 live kommentiert. Doch daraus wird nichts. „Auf beiden Seiten, bei Hertha und beim Sender, wurde die Aktion nicht gern gesehen“, sagt Buschmann, der sich ein bisschen darüber ärgert, dass er seine Wettschulden nun nicht einlösen kann. „Ich hätte das sehr gern gemacht und das Spiel mal in einem ganz anderen Aufzug kommentiert.“

Zustande kam die Wette während Herthas Heimspiel gegen den 1. FC Kaiserslautern Ende Februar. Buschmann und sein Co-Kommentator, der Ex-Hertha-Profi Marko Rehmer, wetteten auf den ersten Torschützen des Spiels. Rehmer legte sich auf Herthas Peer Kluge fest, der keineswegs als Goalgetter bekannt ist. Buschmann, der auf den Lauterer Stürmer Erwin Hoffer gesetzt hatte, sagte live im TV: „Sollte Kluge treffen, moderiere ich das nächste Montagspiel der Hertha im Herthinho-Kostüm.“ Als Kluge dann in der 68. Minute tatsächlich den 1:0-Siegtreffer für Hertha erzielte, war das Gelächter groß, und Buschmann versprach: „Wettschulden sind Ehrenschulden. Wer mich kennt, der weiß, dass ich mich darum kümmern werden, das Kostüm von Herthinho zu bekommen. Mal sehen, ob Hertha da mitspielt.“

Verein: Der Bär ist ein Bär

Hertha aber spielt nicht mit: „Unser Bär ist ein Bär und kein Kostüm“, heißt es von Vereinsseite. Herthinho, der seit 1999 Maskottchen der Blau-Weißen ist, sei ein 2,35 Meter großer und 128 Kilo schwerer brasilianischer Braunbär, dem man nicht einfach „das Fell über die Ohren ziehen“ könne. Buschmann muss über diese Erklärung schmunzeln: „Ich kann mir vorstellen, dass die Hertha-Fans durchaus wissen, dass es sich bei Herthinho nicht wirklich um einen echten Bären handelt“, sagt der 48-Jährige. Ihm sei es nicht darum gegangen, das Maskottchen der Herthaner zu veralbern: „Ich hätte auch keinen Klamauk gemacht, sondern ganz normal kommentiert, nur in einem anderen Aufzug.“

Ihm tue es leid, dass Sender und Verein die Aktion ablehnen: „Vielleicht habe ich ja einen doofen Humor, aber ich dachte, der Fußball könnte das vertragen, zumal wir ja zwei zukünftige Bundesligaklubs sehen werden“, so Buschmann. „Aber ich akzeptiere das. Es ist ja nicht die Frank-Buschmann-Show.“