FC Malaga

Einmal Hölle und zurück

Malaga verpatzt nach Horrorflug Generalprobe für Spiel gegen Dortmund

Es gibt zwei Wahrheiten über Blitzeinschläge in Flugzeugen. Die eine ist, dass es im Leben eines Verkehrsflugzeugs mehrmals vorkommt, dass einer einschlägt. Die andere ist, dass es selbst für Vielflieger eher unwahrscheinlich ist, dass sie auf ihren Flügen Bekanntschaft mit einem Blitzeinschlag machen. Die Mannschaft des FC Malaga aber erwischte es gleich drei Mal. Das Team, am Dienstag Gegner von Borussia Dortmund im Viertelfinal-Rückspiel der Champions League (Hinspiel 0:0), war in einem dicken, dunklen Wolkenstrudel auf dem Weg zum Spiel bei Real San Sebastian. Malaga, Tabellenfünfter, gegen den Vierten der Liga. Über Nordspanien kam die Maschine dann jedoch in schwere Turbulenzen. Und die waren nur der Anfang eines wahren Horrortrips.

Der FC Malaga konnte wegen der horrenden Wetterverhältnisse nicht wie ursprünglich vorgesehen auf dem Provinzflughafen Fuenterrabia landen. Der Pilot musste stattdessen auf das etwa 80 Kilometer entfernte Flugfeld in Bilbao ausweichen. Von dort aus reiste die Mannschaft mit dem Bus weiter nach San Sebastian. Doch der Trip verlief ähnlich unerfreulich weiter – und schlimmer. Die Mannschaft kassierte ein 2:4 (1:3) und verpatzte damit die Generalprobe für den Auftritt in Dortmund gehörig. Doch das war für Trainer Manuel Pellegrini schon zur Nebensache geworden. Am Morgen des Spiels ereilte den chilenischen Trainer die Kunde, dass sein Vater Emilio gestorben sei. Gleich nach der Niederlage bestieg Pellegrini deswegen einen Flieger und reiste in seine Heimat, um der Beerdigung beizuwohnen. Die Vorbereitung auf die Partie gegen Dortmund wird deswegen weitestgehend ohne ihn ablaufen müssen. Nicht die besten Voraussetzungen also, um für die Borussia gerüstet zu sein.

Turin verspricht Krieg gegen Bayern

Auch beim Gegner des FC Bayern in der Champions League am Mittwoch lief nicht alles rund. Juventus Turin, im Hinspiel den Münchenern 0:2 unterlegen, mühte sich zu einem 2:1-Pflichtsieg gegen das Serie-A-Schlusslicht Pescara Calcio. Der Tabellenführer zeigte dabei jedoch keine furchteinflößende Leistung. Dennoch tönte Angreifer Mirko Vucinic anschließend: „Es wird ein Krieg gegen die Deutschen. Es wird keine angenehme Atmosphäre für die Bayern sein.“

Bei den Turinern hatte Trainer Antonio Conte wie angekündigt auf Gianluigi Buffon wegen Grippesymptomen verzichtet. Der Stammtorhüter saß nur auf der Bank und wurde von Marco Storari ersetzt. Zudem standen Claudio Marchisio, Andrea Pirlo und Alessandro Matri nicht in der Startelf. Sie wurden geschont für den Auftritt gegen die Bayern.

Conte sagte mit Blick auf das Duell: „Der FC Bayern hat die Bundesliga mit 20 Punkten Vorsprung auf Borussia Dortmund gewonnen. Das sind Zahlen, die vielsagend sind. Es wird ein schwieriges Match werden. Wir müssen von Anfang an auf ein hohes Tempo setzen.“ Der Glaube an die Überraschung besteht nach wie vor: „Bayern ist zwar Favorit, Top-Favorit. Aber es genügt, den Juve-Spielern in die Augen zu sehen, um zu begreifen, dass sie an sich glauben“, schreibt die Gazzetta dello Sport.

Ehemalige Profis der Turiner räumen ihrem Ex-Verein wenig Chancen für das Viertelfinal-Rückspiel ein. „Der FC Bayern ist eine zähe Mannschaft mit vielen internationalen Erfolgen. Alle Spieler müssen in Topform sein, wenn wir gewinnen wollen“, sagte etwa der frühere Torhüter Stefano Tacconi. Auch der ehemalige Juve-Verteidiger Antonello Cuccureddu ist nach dem 0:2 im Hinspiel skeptisch: „Noch ist nicht alles verloren, doch leider muss Juve ohne entscheidende Spieler wie Arturo Vidal und Stephan Lichtsteiner auskommen. Das sind Fußballer von Gewicht.“